NASA-Mathematikerin Katherine Johnson | Bildquelle: dpa

NASA-Legende Johnson gestorben Langmut + Mathe = Mondfahrt

Stand: 24.02.2020 21:11 Uhr

Sie war eine der unbekannten Heldinnen, eine "Hidden Figure", bei der Apollo 11 Mondmission der Amerikaner 1969: die Mathematikerin Katherine Johnson. Nun ist sie mit 101 Jahren gestorben.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Als Neil Amstrong 1969 als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzte, hatte sie zuvor die genaue Flugbahn für die Mission von Apollo 11 berechnet. Ihre Arbeit war entscheidend für den Erfolg der Amerikaner im "Space Race" mit den Russen. Aber ihr Name war selbst Jahrzehnte später vielen nicht geläufig: Katherine Johnson. Die Mathematikerin ist nun im Alter von 101 Jahren in einem Altenheim nahe Norfolk in Virginia gestorben.

Katherine Johnson 1980 | Bildquelle: NASA/EPA-EFE/REX
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Katherine Johnson im Jahr 1980 im Langley Research Center in Hampton, Virginia. Ohne ihre Flugbahnberechnungen (und die ihrer Kolleginnen) wäre die Apollomission unmöglich gewesen.

Johnson musste sich in der Flugforschungsabteilung der NASA in den 1960ern nicht nur als Frau durchsetzen, sondern auch als schwarze Wissenschaftlerin.

Nach einem Jahr alle Mathekurse absolviert

Geboren im August 1918 im Bundesstaat West Virginia, hatte Johnson mit 14 Jahren die High School abgeschlossen - obwohl für sie als schwarze Amerikanerin in Zeiten der Rassentrennung nur sechs Schuljahre vorgesehen waren. Nach dem ersten Jahr am College hatte sie alle Mathematikkurse belegt, die die West Virginia State University damals anbieten konnte, schreibt die New York Times. 

Der frühere US-Präsident Barack Obama sagte, Johnson habe es abgelehnt, sich von den Erwartungen der Gesellschaft an ihr Geschlecht und ihre Rasse einschränken zu lassen. Sie habe dabei den Horizont der Menschheit erweitert, so Obama als er ihr 2015 die Freiheitsmedaille verlieh. 

Erst 2016 macht sie ein Film weltberühmt

Erst der Film "Hidden Figures" machte Johnson, ihre Kolleginnen von der NASA und ihre wissenschaftliche Arbeit einem breiten Publikum bekannt. Die Mathematikerin blickte ohne Ärger auf die Zeit zurück: Die NASA sei eine sehr professionelle Organisation gewesen, sagte sie in einem Interview 2010. Die hätten keine Zeit gehabt, "sich Gedanken über meine Hautfarbe zu machen." Und sie auch nicht.

NASA-Mathematikerin Katherine Johnson mit 101 Jahren gestorben
Torsten Teichmann, ARD Washington
24.02.2020 21:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 25. Februar 2020 die tagesschau um 04:45 Uhr und Inforadio um 13:31 Uhr.

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