Uri Avnery | Bildquelle: imago/teutopress

Uri Avnery gestorben Lebenslanger Kampf für den Frieden

Stand: 20.08.2018 08:47 Uhr

Der israelische Friedensaktivist Uri Avnery ist gestorben. Der 94-Jährige mit deutschen Wurzeln kämpfte sein Leben lang für eine Lösung im Nahost-Konflikt und war in Israel umstritten.

Uri Avnery ist tot. Der israelische Friedenskämpfer mit deutschen Wurzeln starb im Alter von 94 Jahren in Tel Aviv. Das bestätigte ein Krankenhaussprecher.

Avnery kämpfte ein Leben lang für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts. Gemeinsam mit seiner 2011 gestorbenen Frau Rachel erhielt er 2001 den Alternativen Nobelpreis. "Die Grundlage für jeden denkbaren Frieden ist es, das Westjordanland mit Ostjerusalem und dem Gazastreifen in einen palästinensischen Staat umzuwandeln", sagte er.

Bis ins hohe Alter glaubte Avnery, dass er eine Lösung des Nahost-Konfliktes noch erleben werde. In Israel war der als Helmut Ostermann im westfälischen Beckum geborene Avnery umstritten. Den einen galt der Gründer der Menschenrechtsorganisation Gusch Schalom (Friedensblock) als engagierter Kämpfer für den Frieden, anderen als Verräter an der zionistischen Sache. Den Siedlungsausbau und die israelischen Militäreinsätze in den Palästinensergebieten bezeichnete er als "Unglück für Israel".

Uri Avnery, israelischer Friedensaktivist, ist gestorben
tagesschau 17:00 Uhr, 20.08.2018, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

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Mordversuch überlebt

Avnery wuchs in Hannover auf und wanderte 1933 mit seiner Familie nach Palästina ein. Von 1938 an war er vier Jahre lang Mitglied der jüdischen Untergrundbewegung Irgun. Ab 1950 war er Herausgeber und Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Haolam Haseh" (Diese Welt). Auf die Redaktionsräume und die Druckerei wurden mehrmals Bombenanschläge verübt. 1975 überlebte Avnery einen Mordversuch.

Auch als Parlamentsabgeordneter setzte Avnery sich für seine Ziele ein. Bis zuletzt schrieb er regelmäßig Analysen für die linksliberale Zeitung "Haaretz" und kommentierte dabei auch innerisraelische Krisen. Mit seinen unbequemen Äußerungen brachte Avnery viele Israelis in Rage. Vor zwölf Jahren rief der rechtsextreme Aktivist Baruch Marsel die Armee sogar zu seiner "gezielten Tötung" auf.

Für Entrüstung sorgte Avnery 1982, als er sich in Beirut zum ersten Mal mit Jassir Arafat traf, dem damaligen Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. Kontakte mit der PLO waren zu der Zeit in Israel noch verboten. Avnery riskierte eine Anklage wegen Hochverrats.

Inzwischen seien Kontakte mit der Fatah, der zur PLO gehörenden Partei des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas, offizielle Regierungspolitik, sagte Avnery vor zehn Jahren mit Genugtuung. Er sah dies als Beweis dafür, "in der Tiefe der israelischen Volksseele mit gewaltigen Schritten vorangekommen" zu sein.

Rachel und Uri Avnery bei einer Veranstaltung. | Bildquelle: dpa
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Rachel und Uri Avnery erhielten 2001 gemeinsam den Alternativen Nobelpreis für die Gründung der Menschenrechtsgruppe Gusch Schalom.

Streiter für den Frieden - Nachruf Uri Avnery
Tim Aßmann, ARD Tel Aviv
20.08.2018 09:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 20. August 2018 NDR Info um 08:08 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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