Ausgrabungsstätte Tuna el-Gebel südlich von Kairo, Ägypten | Bildquelle: REUTERS

Liveübertragung im TV Forscher öffnen Sarkophag mit Mumie

Stand: 08.04.2019 11:30 Uhr

Es war ein historischer Moment vor laufenden Kameras: In der Nacht haben Forscher in Ägypten einen Sarkophag mit einer 2000 Jahre alten Mumie geöffnet. Ein US-Sender übertrug den Moment live.

Aufgeregte Rufe waren zu hören, als die Archäologen den Sarkophag in der staubigen Umgebung öffneten. Ein US-Sender übertrug das Ereignis in der Nacht während einer zweistündigen Live-Sendung. Die gut erhaltene Mumie eines Hohepriesters war in einer Grabstätte bei Minja gefunden worden - einer Stadt am Nil südlich von Kairo.

"Das ist unglaublich", sagte der ägyptische Archäologe und frühere Minister für Altertümer, Sahi Hawass, der den Einsatz leitete. Nach Angaben des Moderators Josh Gates stammt die 2000 Jahre alte Mumie aus der 26. Dynastie, die im Jahr 525 vor Christus endete. Sie war von Gold und anderen Grabbeigaben umgeben.

Die Grabstätte war im Februar vergangenen Jahres entdeckt worden. In einem Netz von Tunneln und Gräbern stießen die Archäologen dabei auf insgesamt 40 Mumien.

Medienspektakel könnte Interesse wecken

Nach Angaben von Discovery war die Graböffnung ein Gemeinschaftsprojekt mit dem ägyptischen Ministerium für Altertümer. Ob der US-Sender der Regierung in Kairo dafür Geld zahlte, ließ der Sender offen.

"Letztendlich ist es ein Medienspektakel, aber es könnte die Menschen dazu bringen, sich für Altertümer zu begeistern", sagte eine ägyptische Archäologin. Wenn die Sendung gut gemacht sei, könne sie auch eine Chance für den Tourismus sein.

Ägypten will Tourismus ankurbeln

Ägypten versucht, durch die Vermarktung archäologischer Entdeckungen den Tourismus anzukurbeln. Dieser ist seit den Protesten gegen den damaligen Machthaber Hosni Mubarak im Jahr 2011 eingebrochen. Nach Angaben der Regierung hat sich die Branche inzwischen leicht erholt. 2017 besuchten demnach 8,3 Millionen Touristen das Land. Von den 14,7 Millionen Besuchern im Jahr 2010 ist das Land aber noch weit entfernt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. April 2019 um 09:00 Uhr.

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