Mount Everest | Bildquelle: dpa

Mount Everest Die höchste Müllhalde der Welt

Stand: 03.04.2019 08:55 Uhr

Der Gipfel-Tourismus hat seine Spuren hinterlassen: Auf dem Mount Everest liegen viele Tonnen Müll. Eine Abfallgebühr und ein spezielles Team sollen das ändern.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Manchmal kriechen sie auf dem Boden, damit die eisigen Höhenwinde nicht ihre Gesichter aufschneiden. Kaum irgendwo ist der Job des Müllsammlers härter als auf dem Mount Everest.

Tsring Dan Tar vom offiziellen tibetischen Bergsteiger-Team hat vier Mal den Gipfel des Mount Everest bestiegen. 2018 hat er die Initiative zum Müllsammeln auf dem Berg mit angestoßen. Der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sagte er: "Bei meinen Mount-Everest-Besteigungen habe ich den Müll gesehen, den andere Bergsteiger zurückgelassen haben. Da dachte ich mir, das ich etwas tun müsste, um die Umwelt zu schützen und die Berge zu bewahren."

Helfer sammeln im Base Camp vom Mount Everest den Müll auf | Bildquelle: picture-alliance/ dpa
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Im Base Camp des Mount Everest sammeln Helfer den Müll der Touristen ein.

Gaskocher, Plastiktüten, kaputte Zelte

Drei Müllsammel-Aktionen hat Tsring Dan Tar im Jahr 2018 begleitet, alle auf einer Höhe von mehr als 5200 Metern. Die Sportverwaltung der Region Tibet hat dazu ein ganzes Team zusammengestellt: professionelle Bergsteiger und Viehzüchter aus dem tibetischen Hochland.

Insgesamt haben die Müllsammler im vergangenen Jahr fast zehn Tonnen Müll vom Berg geholt: Gaskocher, Plastiktüten, kaputte Zelte und menschliche Exkremente. Wenn jetzt mit dem Frühling im Himalaya die Gipfel-Saison anfängt, geht die Aktion weiter. Auch für Tsring Dan Tar, der sagt, dass sie sich für diese Umweltschutz-Maßnahmen engagieren müssen, denn: "Der Mount Everest und das Himalaya-Gebirge gehören der ganzen Welt, unser aller Schicksal ist verknüpft. Die Anstrengungen lohnen sich. Und ich hoffe, dass wir noch mehr Menschen dafür begeistern können, Natur und Umwelt am Mount Everest und im Himalaya zu schützen."

Mount Everest | Bildquelle: Reuters
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Der überbordende Tourismus hat dem Mount Everest zugesetzt.

Tourismus hat dem Berg zugesetzt

Ob zurückgelassener Müll, verschmutztes Quellwasser, Helikopterlärm oder Low-Budget-Expeditionen für unerfahrene Bergsteiger: Der überbordende Tourismus hat dem Mount Everest zugesetzt. Ende vergangenen Jahres hat China deshalb die Vorschriften auf der tibetischen Nordseite des Berges verschärft. Das Basislager für Touristen wurde aus ökologischen Gründen um zwei Kilometer verlegt. Außerdem wurde die Zahl der Erlaubnisse für Gipfelbesteigungen auf 300 begrenzt. Das Ziel: weniger Müll und bessere Sicherheit, sagt Nyima Tsering, Direktor der tibetischen Sportverwaltung:

"Die Besteigung des Mount Everest ist für Menschen, die die Herausforderung suchen, die das Unbekannte erkunden wollen. Das wollen wir nicht stoppen. Aber wie haben Maßnahmen ergriffen, die wirken sollen. In Zukunft werden wir nachhaltige Bergrouten entwickeln und weiter versuchen, die Anzahl der Menschen am Berg zu kontrollieren."

Neu ist dieses Jahr auch eine Müllsammelgebühr von 1500 Dollar pro Bergsteiger. Seit 2015 gibt es bereits die Regel, dass jede Person Müllsäcke erhält und mindestens acht Kilogramm Müll vom Berg herunter bringen muss. Wer das nicht tut, zahlt Strafe.

Mount Everest | Bildquelle: dpa
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Rund 300 Leichen von verunglückten Bergsteigern liegen noch am Mount Everest.

300 Leichen am Mount Everest

China hat außerdem angekündigt, die Toten am Mount Everest bergen zu wollen. Es gibt dort etwa 300 Leichen, verunglückte Bergsteiger, von denen einige auf einer Höhe von über 8000 Metern liegen. Ihre Bergung gilt als extrem schwierig. Bislang war auch nicht klar, wer dafür zahlen soll.

Unklar scheint derzeit immer noch, ob für alle das Einverständnis der Angehörigen vorliegt. Wenn nicht, könnten die chinesischen Behörden diese Aktion nochmal verschieben.

Müllberge und tote Bergsteiger: China will am Mount Everest aufräumen
Axel Dorloff, ARD Peking
03.04.2019 08:04 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 03. April 2019 um 05:40 Uhr im Deutschlandfunk.

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