Zyklon "Idai" trifft in Mosambik auf Land. | Bildquelle: NASA WORLDVIEW/HANDOUT/EPA-EFE/R

Mosambik und Simbabwe Tote und Verwüstungen durch Zyklon "Idai"

Stand: 17.03.2019 18:34 Uhr


Vor Tagen fegte der Zyklon "Idai" über Mosambik und Simbabwe hinweg und hat Tod und Zerstörung hinterlassen. In Mosambik ist eine Großstadt weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Helfer bergen immer mehr Tote.

Infolge eines starken Tropensturms und heftigen Regenfällen sind in Mosambik und in Simbabwe mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Ländern im südlichen Afrika verursachte der Zyklon "Idai" schwere Schäden.

Helfern zufolge zeichnet sich im Zentrum Mosambiks eine humanitäre Katastrophe ab. Die Küstenstadt Beira mit rund 500.000 Einwohnern ist seit Donnerstagnacht ohne Strom, Kommunikationsnetz und Landverbindung zur Außenwelt.

Beira auch nicht per Hubschrauber erreichbar

Das Rote Kreuz und das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnten, dass das Ausmaß der Schäden immer noch nicht absehbar sei. Die Vereinten Nationen hoffen, Beira zumindest bald per Hubschrauber erreichen zu können. Der Flughafen der Stadt war von dem Sturm anscheinend schwer beschädigt worden.

"Idai" traf in der Nacht zu Freitag auf Land

"Idai" war in der Nacht zum Freitag mit Windböen von bis zu 160 Stundenkilometern vom Indischen Ozean her kommend bei Beira auf Land gestoßen. Der Zyklon hatte die Stärke vier von fünf. Es kam zu Sturmfluten und schweren Regenfällen. Mindestens 48 Menschen starben, Dutzende weitere wurden teils schwer verletzt, teilte der Gouverneur der betroffenen Provinz Sofala, Albert Mondlane einem Radiosender mit.

Tausende Obdachlose befürchtet

Helfer befürchteten, dass die Opferzahl weiter steigen dürfte. "Während wir das volle Ausmaß des Schadens immer noch nicht abschätzen können, gehen wir davon aus, dass Tausende Menschen durch den Zyklon obdachlos geworden sind", erklärte der Unicef-Sprecher in Mosambik, Daniel Timme. "Durch die Überschwemmungen drohen Durchfallerkrankungen. Dies ist besonders gefährlich für die Schwächsten, und das sind in dieser Situation Frauen und Kinder." Es sei anzunehmen, dass viele Schulen, Krankenstationen, die sanitäre Infrastruktur und die Wasserversorgung in dem Gebiet zerstört seien, erklärte Timme.

Heftiger Regen als Vorbote vor dem  Zyklons "Idai" in Zentral-Mosambik | Bildquelle: AFP
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Heftiger Regen als Vorbote des Zyklons "Idai" im Zentrum Mosambiks.

Auch Simbabwe getroffen - mindestens 65 Tote

Von Beira aus zog der Zyklon über Land abgeschwächt weiter ins nahe Simbabwe. Im Osten Simbabwes in der Nähe des Ortes Chimanimani wurden nach Angaben eines Abgeordneten mindestens 65 Todesopfer geborgen. Dutzende würden noch vermisst, erklärte ein leitender Mitarbeiter des Katastrophenschutzes. Zahlreiche Häuser, Straßen und Äcker seien überflutet. Retter konnten mehrere Orte wegen eingestürzter Brücken zunächst nicht erreichen. Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa erklärte wegen der Folgen des Zyklons den Notstand. Hilfswerke wie Rotes Kreuz und Unicef riefen in Deutschland zu Spenden auf.

Überflutungen bereits Anfang der Woche

Bereits Anfang der Woche war es in Mosambik und im angrenzenden Süden Malawis zu heftigem Regen und zu Überflutungen gekommen, in deren Folge in Mosambik 66 Menschen starben. Im angrenzenden Malawi gab es mehr als 50 Opfer.

Mosambik gehört einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt.

Über dieses Thema berichtete am 16. März 2019 Deutschlandfunk24 um 13:00 Uhr und NDR Info um 14:45 Uhr in den Nachrichten.

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