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Erster Einsatz im Mittelmeer "Eleonore" rettet 100 Migranten

Stand: 26.08.2019 19:09 Uhr

Es dauerte nur wenige Tage bis zum ersten Notfall: Das Rettungsschiff "Eleonore" hat bei seinem ersten Einsatz rund 100 Migranten im Mittelmeer gerettet. Nun hofft die Organisation Mission Lifeline auf einen offenen Hafen.

Das Rettungsschiff "Eleonore" hat rund 100 Migranten auf dem Mittelmeer aufgenommen. Das Boot sei am Sinken gewesen, sagte Axel Steier, Sprecher der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline.

Die Organisation unterstützt die "Eleonore", ein Sportboot, das als Motorjacht unter deutscher Flagge fährt. Seit Samstag war es in der Such- und Rettungszone vor der libyschen Küste.

"Buchstäblich in letzter Sekunde"

Eigner und Kapitän ist der Deutsche Claus-Peter Reisch. Reisch wurde bekannt, weil er sich nach einem Rettungseinsatz auf Malta vor Gericht verantworten musste. "Ich bin sehr froh, dass wir alle Menschen retten konnten. Es war buchstäblich in letzter Sekunde", twitterte Reisch. Die Menschen seien 31 Seemeilen (rund 57 Kilometer) nördlich der libyschen Küste aufgenommen worden.

Italien hat seine Häfen für NGO-Schiffe weitestgehend geschlossen. Malta zeigte sich zuletzt verhandlungsbereit. Jedoch gab es immer wieder lange Blockaden, bevor die Verteilung der Migranten auf andere EU-Länder geklärt war.

Das erste Schiff der Organisation, die "Lifeline", war im vergangenen Sommer in Malta beschlagnahmt worden. Im Mai wurde Reisch auf Malta wegen fehlerhafter Registrierung des Schiffs zu einer Geldstrafe verurteilt. Die "Lifeline" liegt dort noch immer an der Kette. Gegen das Urteil war Reisch in Berufung gegangen.

Die maltesische Armee brachte unterdessen 73 Migranten an Land, diese wurden nach Angaben der Streitkräfte in zwei gesonderten Operationen gerettet. Die griechische Küstenwache griff vor der Halbinsel Peloponnes zudem rund 80 Migranten auf, die in Seenot geraten waren und per Telefon die Behörden um Hilfe gebeten hatten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. August 2019 um 19:15 Uhr.

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