Michael Collins, NASA-Astronaut | AFP

Michael Collins gestorben Trauer um "Apollo 11"-Astronauten

Stand: 28.04.2021 19:55 Uhr

Michael Collins war 1969 mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin Teil der ersten Mondlandemission, betrat diesen aber nicht. Oft wurde er deshalb als der "vergessene dritte Astronaut" bezeichnet. Nun starb Collins im Alter von 90 Jahren.

Der frühere NASA-Astronaut Michael Collins ist tot. Collins sei im Alter von 90 Jahren an Krebs gestorben, teilte seine Familie mit.

"Er hat seine letzten Tage friedlich im Kreis seiner Familie verbracht", hieß es in einer Mitteilung. "Wir werden ihn schrecklich vermissen. Aber wir wissen auch, wie glücklich er sich gefühlt hat, das Leben zu leben, das er gelebt hat. Wir werden seinem Wunsch nachkommen, dieses Leben zu feiern und nicht zu trauern." Der kommissarische NASA-Chef Steve Juczyk sagte, die USA hätten einen "wahren Pionier und lebenslangen Erkundungs-Aktivisten" verloren.

Collins wurde 1930 in Italien als Sohn eines US-Militärattachés geboren. Nach dem Abschluss an der Militärakademie West Point im Jahr 1963 hatte er es in die Astronautenauswahl der NASA geschafft. Kurz darauf wurde er Pilot der "Gemini 10"-Mission, der ersten, bei der das Raumschiff an gleich zwei Satelliten nacheinander andockte. Dabei wurde er auch der erste Mensch, der sich im All von einem Flugkörper zum anderen bewegte.

Der "vergessene Astronaut"

1969 wurde er Teil der "Apollo 11"-Mission, bei der seine Kollegen Armstrong und Aldrin als erste Menschen am 20. Juli 1969 den Mond betraten - während Collins in der Kommandokapsel "Columbia" Warteschleifen drehte. Oft wurde er deshalb als "vergessener dritter Astronaut" bezeichnet.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Mondlandung sagte Collins 2019, er sei immer gefragt worden, ob er sich allein in der Kommandokapsel nicht wie der "einsamste Mensch" der Welt gefühlt habe. Doch das sei nicht der Fall gewesen: "Ich war sehr glücklich, dort zu sein, wo ich war, und zu sehen, wie sich diese komplizierte Mission abspielte." Die Besatzung habe damals "das Gewicht der Welt" auf ihren Schultern gespürt, sagte Collins weiter. "Wir wussten, dass alle Augen auf uns gerichtet sein würden, ob Freund oder Feind."

Die Mannschaft von Apollo 11 vor dem ersten Flug zum Mond | dpa

Die Mannschaft von Apollo 11: Buzz Aldrin (r.) blieb der ewige Zweite, Michael Collins (Mitte) derjenige, der an Bord bleiben musste - Neil Armstrong (l.) nahm den Ruhm mit, als erster Mensch den Mond betreten zu haben. Bild: dpa

Collins verbrachte insgesamt 266 Stunden im All. 1970 schied er aus der NASA aus. Er wurde unter Präsident Richard Nixon Staatssekretär im Außenministerium und leitete später das Museum für Luft- und Raumfahrt in der US-Hauptstadt Washington. Mit seinem Tod ist von den "Apollo 11"-Astronauten nur noch Buzz Aldrin am Leben. Neil Armstrong, der erste Mensch auf dem Mond, starb 2012.

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 28. April 2021 um 20:06 Uhr.