Beerdigung zweier Naturschützer in Mexiko | Bildquelle: Ivan Villanueva/EPA-EFE/REX

Zwei Fälle binnen weniger Tage Naturschützer in Mexiko offenbar ermordet

Stand: 05.02.2020 15:56 Uhr

In Mexiko wurden innerhalb von wenigen Tagen zwei Umweltaktivisten tot aufgefunden. Beide hatten sich für den Schutz des Monarchfalters und damit auch gegen die Abholzung von Wäldern eingesetzt.

Millionen von Schmetterlingen überwintern jedes Jahr im mexikanischen Bundesstaat Michoacán im Südwesten des Landes. Alles färbt sich Schwarz-Orange-Weiß, wenn sie sich in den Bäumen niederlassen. Doch illegale Abholzung bedroht den Lebensraum des Monarchfalters. Ihrem Schutz hatten sich Raúl Hernández Romero und Homero Gómez González gewidmet. Jetzt sind beide tot. Romero wurde am Samstag erschlagen aufgefunden, wenige Tage zuvor hatte man die Leiche von González in einem Brunnen entdeckt. Er galt bereits seit Mitte Januar als vermisst.

Ob die beiden Fälle in Verbindung stehen, ist nach Angaben der Behörden noch nicht geklärt, die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. In Mexiko werden immer wieder Naturschützer bedroht und getötet. In Michoacán sind zahlreiche kriminelle Banden aktiv, einige von ihnen handeln mit illegal geschlagenem Holz. Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador kündigte inzwischen an, Einheiten der Nationalgarde in der Region zu stationieren. Die Beamten sollen für die Sicherheit von Umweltaktivisten sorgen.

Monarchfalter in einem Naturschutzgebiet in Mexiko. | Bildquelle: REUTERS
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Millionen von Monarchfaltern überwintern jedes Jahr in Mexiko.

Monarchfalter durch Abholzung bedroht

Gómez führte ein Schmetterlingsreservat im Naturschutzgebiet „El Rosario“. Er hatte früher selbst als Holzfäller gearbeitet, sich dann aber für den Erhalt der Wälder und den Schutz des Monarchfalters entschieden. Führungen ins Naturschutzgebiet sollten Touristen in die Region locken. Dabei bereitete der zunehmende Rückgang der Schmetterlingspopulation Sorge. Die Monarchfalter fliegen jedes Jahr im Winter von Kanada aus nach Mexiko, dabei legen sie bis zu 4500 Kilometer zurück.

Der Anbau von Avocados ist in Mexiko ein lukratives Geschäft. Immer mehr Plantagen entstehen dort, wo vorher noch Wald war. Die Abholzung der Wälder geschieht oftmals illegal. In Michoacán bedroht diese Entwicklung den Lebensraum der Schmetterlinge. Hinzu kommen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der Klimawandel.

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