Melania Trump auf dem Parteitag der Republikaner | Bildquelle: dpa

Melania Trump beim Parteitag Sie präsentiert sich als First Lady für alle

Stand: 26.08.2020 09:19 Uhr

Auf dem republikanischen Parteitag richtet sich Melania Trump direkt ans Volk und fordert Zusammenhalt. Ihren Mann beschreibt sie als Retter in der Corona-Krise. Anders als er spricht sie auch den Rassismus an.

Von Katrin Brand, WDR, Washington

Für alle, die es noch nicht wussten: Donald Trump mache kein Geheimnis daraus, was er so fühle und meine, sagt seine Frau. "Ob Sie es mögen oder nicht, Sie wissen immer, was er denkt", sagte Melania Trump - und im Rosengarten des Weißen Hauses wurde tatsächlich ein bisschen gelacht. Ein kleiner Moment der Entspannung für die First Lady, die sich sichtlich nervös durch ihren Text arbeitete.

Melania Trump scheut diese Art von Auftritten, doch für den zweiten Abend des Parteitages hatten die Republikaner sie als Star benannt, als Kronzeugin dafür, dass der Präsident ein authentischer hart arbeitender und dabei sympathischer Mensch sei.

Melania verspricht Corona-Opfern Hilfe

Um das zu belegen, richtete sie sich auch an die Menschen, die vom Coronavirus betroffen sind. "Donald wird nicht ruhen, bis er sich um alle gekümmert hat, die von dieser schrecklichen Pandemie betroffen sind", versprach die 50-Jährige den Opfern der Corona-Krise. Sie seien nicht allein, sagte sie. Im Gegensatz zu ihrem Mann gab sie sich als First Lady aller Amerikaner, patriotisch und warmherzig umarmte die gebürtige Slowenin das ganze Land. Sie sei bewegt gewesen, wie die USA in der Pandemie zusammengekommen seien, sagte sie.

Wie alle, habe sie in den vergangenen Wochen auch über das Thema Sklaverei und Rassismus nachgedacht. "Es ist eine harte Wirklichkeit", sagte sie, "wir sind nicht stolz auf Teile unserer Geschichte". Sie forderte die Amerikaner auf, zusammenzukommen, aus der Geschichte zu lernen und in die Zukunft zu schauen.

Melania soll Rede diesmal selbst geschrieben haben

Melania Trump habe ihre Rede komplett selber verfasst, hatte das Weißen Haus vorab mitgeteilt - im Gegensatz zum Nominierungsparteitag vor vier Jahren. Melania Trumps Rede damals, von einem Mitarbeiter verfasst, hatte in Teilen fast wörtlich einer Rede entsprochen, die Michelle Obama Jahre zuvor gehalten hatte.

Sehr viel düsterer und parteipolitischer äußerten sich die anderen Mitglieder der Familie Trump, die gestern ins Rampenlicht traten. Tiffany, Trumps jüngste Tochter, warf den Medien und Tech-Giganten vor, die Amerikaner manipulieren und kontrollieren zu wollen. Eric, Trumps zweiter Sohn, schilderte seinen Vater als Kämpfer für die stille Mehrheit des Landes. Sein Vater habe nicht kandidiert, weil er den Job brauchte, sondern weil er gewusst habe, dass hart arbeitende Menschen in diesem Land zurückgelassen würden, sagte der 36-jährige, der im Trump-Konzern arbeitet.

Außenminister sorgt für Unmut

Der Präsident selbst trat in zwei vorab aufgezeichneten Videos auf. Er begnadigte Jon Ponder, einen verurteilten Bankräuber, der sich im Gefängnis Gott zugewandt und später eine Initiative für Häftlinge gegründet hatte. Jons Leben sei ein wunderschönes Zeugnis für die Kraft der Erlösung, sagte Trump. Dann assistierte er noch bei der Einbürgerung von fünf Einwanderern.

Für Protest vorab hatte Außenminister Mike Pompeo gesorgt. In einem Video aus Jerusalem lobte er die außenpolitischen Erfolge Donald Trumps. Frühere Außenminister haben sich ausdrücklich nicht in den Wahlkampf ihrer Präsidenten eingemischt, um die Unabhängigkeit ihres Amtes nicht zu gefährden.

Melania Trump beim Tag zwei des Republikaner-Parteitages
Katrin Brand, ARD Washington
26.08.2020 07:30 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 26. August 2020 um 12:20 Uhr.

Korrespondentin

Darstellung: