Der sozialdemokratische Ministerpräsident Zoran Zaev im Parlament in Skopje | Bildquelle: GEORGI LICOVSKI/EPA-EFE/REX

Verfassungsänderung Mazedonien beschließt Namensänderung

Stand: 11.01.2019 21:18 Uhr

Mazedonien hat im Namensstreit mit Griechenland seinen Teil einer Vereinbarung erfüllt. Das Parlament stimmte für eine Umbenennung des Landes. Athen muss nun zustimmen, dann könnte Nord-Mazedonien NATO und EU beitreten.

Das mazedonische Parlament hat die Umbenennung des südlichen Balkanlandes in Nord-Mazedonien beschlossen und damit seinen Teil für die Beilegung des Streits mit Griechenland erfüllt. Für die entsprechende Verfassungsänderung stimmten 81 der 120 Abgeordneten, womit die vorgeschriebene Zweidrittelmehrheit knapp erreicht wurde. Es gab weder Gegenstimmen noch Enthaltungen. Die nationalistische Opposition boykottierte die Abstimmung.

Die Umbenennung des Landes ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass Mazedonien den Namensstreit mit Griechenland beilegen kann. Damit wäre für Mazedonien der Weg zur Aufnahme in NATO und EU frei, was Athen bislang blockiert hat.

Bundesaußenminister Heiko Maas begrüßte das Votum. Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch Athen zustimmen werde. "Die Lösung des Namensstreits zwischen Skopje und Athen ist auf der Zielgeraden", teilte er mit. Er setze darauf, dass auch das griechische Parlament der Vereinbarung nun zustimmen werde und dass das Land Nord-Mazedonien dann bald der NATO beitreten und Beitrittsgespräche mit der EU eröffnen kann.

Verfassung in mehreren Punkten geändert

Nach der Erringung der Unabhängigkeit im Prozess des Zerfalls Jugoslawiens im Jahr 1991 wurde das Land unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (englische Abkürzung: FYROM) Mitglied der Vereinten Nationen. Griechenland besteht seitdem auf einer Namensänderung, weil eine Provinz im Norden des Landes ebenfalls den Namen Mazedonien (Altgriechisch: Makedonia) trägt.

Mit der Abstimmung änderte das Parlament in Skopje die Verfassung in mehreren Punkten. Neben der Namensänderung beschlossen die Volksvertreter auch eine Formulierung, die festhält, dass Mazedonien keine Ansprüche auf Gebiete von Nachbarstaaten erhebt.

Demonstranten protestieren vor dem Parlament in Skopje gegen die Namensänderung von Mazedonien in Nord-Mazedonien | Bildquelle: AP
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Demonstranten vor dem Parlament in Skopje. Aus Protest nahm die nationalistische Opposition an der Abstimmung nicht teil.

Intensiv mit albanischen Parteien verhandelt

Der sozialdemokratische Ministerpräsident Zoran Zaev hatte bis zuletzt intensiv mit albanischen Parteien verhandelt, die Garantien für den Schutz ihrer Rechte in der novellierten Verfassung verlangt hatten. Mazedonien wird mehrheitlich von slawischen Mazedoniern bewohnt. Die Albaner machen rund 25 Prozent der Bevölkerung aus. Daneben gibt es noch Serben und Roma in dem Land.

Im vergangenen Juni hatten sich Zaev und sein griechischer Kollege Alexis Tsipras darauf geeinigt, dass Griechenland seine Blockadehaltung gegenüber Mazedonien beendet, sobald sich der nördliche Nachbar in Nord-Mazedonien umbenennt. Nationalisten beider Länder lehnen diese Lösung ab. Sie begründen das mit Befürchtungen, dass sie dadurch ihre nationale Identität verlieren könnten.

Nun liegt es an Griechenland, den Namensstreit endgültig beizulegen. Zwar braucht Tsipras in seinem Parlament nur eine einfache Mehrheit, um die Mazedonien-Frage zu lösen. Doch da ihm der Koalitionspartner, die Partei des Nationalisten Panos Kammenos, in dieser Angelegenheit nicht folgen will, muss sich Tsipras eine andere Mehrheit suchen.

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12.01.2019

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Januar 2019 um 04:46 Uhr.

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