Gläubige schließen sich der jährlichen katholischen Prozession des Schwarzen Nazareners in Manila (Philippinen) an. | Bildquelle: AFP

Katholische Prozession Barfuß durch Manila

Stand: 09.01.2020 11:44 Uhr

Millionen Menschen sind heute barfuß durch Manila gezogen. Bei der größten katholischen Prozession der Welt versuchten sie, dem Schwarzen Nazarener nahe zu kommen - einer Statue, um die sich viele Mythen ranken.

Auf den Philippinen haben Gläubige heute das alljährliche Fest des Schwarzen Nazareners gefeiert. Die Behörden schätzten, dass mehr als 2,2 Millionen Menschen auf den Straßen waren. Über sechs Kilometer erstreckte sich die Prozession. Die begeisterte Menge winkte mit Taschentüchern und rief immer wieder "Viva", sobald sich die Statue ihnen näherte. Die Prozession erinnert daran, wie die Figur im 18. Jahrhundert zur Kirche in Quiapo gebracht wurde. Und viele Philippiner glauben noch heute, dass sie Wunder bewirkt.

Mehr als 2,2 Millionen Gläubige nahmen an der Prozession auf den Philippinen teil. | Bildquelle: AFP
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Mehr als 2,2 Millionen Gläubige nahmen an der Prozession auf den Philippinen teil.

Sanitäter behandeln Hunderte Verletzte

Bei dem Versuch, die Figur mit ihren Händen oder Tüchern zu berühren, damit sich ihre angeblich heilenden Kräfte übertragen, riskieren Pilger regelmäßig Leib und Leben. Immer wieder gibt es auch Todesfälle.

Die Prozession dauert in der Regel 20 Stunden. Der Verkauf von Alkohol war verboten. Mehr als 13.000 Polizisten waren im Einsatz, um für Ordnung zu sorgen. Doch allein in den ersten Stunden behandelte das Rote Kreuz Hunderte Verletzte.

Auf den Philippinen leben etwa 80 Millionen Katholiken. Die Gläubigen sind überzeugt, dass die Statue Wunder bewirken und heilen kann. "Als mein Mann vor zwei Jahren einen Schlaganfall hatte, erhielt ich wie durch ein Wunder finanzielle Hilfe, ohne darum gebeten zu haben", berichtet die Verkäuferin Angeline Mara. Ihr Kollege Boyet Lara sagt: "Nichts ist unmöglich, wenn man nur glaubt."

Statue soll 1606 Brand überstanden haben

Die hölzerne Christusstatue wurde im Jahr 1606 von Missionaren ins Land gebracht. Spanien hatte die Philippinen damals kolonialisiert. Die hölzerne Jesus-Figur soll auf dem Weg von Mexiko nach Manila einen Schiffsbrand überstanden haben - daher die schwarze Farbe. Danach bekam sie im Volksmund den Namen Schwarzer Nazarener.

Gläubige in Manila versuchen, den Schwarzen Nazarener zu berühren. | Bildquelle: AFP
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Gläubige in Manila versuchen, den Schwarzen Nazarener zu berühren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Januar 2020 um 12:00 Uhr.

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