Karte: Bali mit der Hauptstadt Bamako

Ethnische Konflikte in Mali Zivilisten bei Überfall auf Dorf getötet

Stand: 02.01.2019 00:04 Uhr

Mali gilt als gefährlichster Auslandseinsatz der Bundeswehr. Neben Islamisten sind auch ethnische Konflikte ein großes Problem. Bei einem Überfall auf ein Dorf der Volksgruppe der Fulbe starben jetzt mehr als 30 Menschen.

Bei einem Überfall bewaffneter Männer auf ein Dorf in Mali sind mehr als 30 Menschen getötet worden. Parlamentsabgeordnete bestätigten entsprechende Medienberichte.

Der Angriff habe sich gegen ein Dorf der Volksgruppe der Fulbe gerichtet, sagte der Abgeordnete Karim Keita, der Sohn von Staatschef Ibrahim Boubacar Keita, der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben aus malischen Sicherheitskreisen und eines Augenzeugen wurde der Angriff von Jägern der Volksgruppe der Dogon verübt. Diese hätten das Dorf in der Region von Mopti im Morgengrauen angegriffen. Der Abgeordnete Keita sprach von einer "kriminellen Tat". Die Opfer waren alle Zivilisten, darunter auch Kinder.

Trotz Militärpräsenz instabil

Das westafrikanische Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Doch trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrscht weiter Instabilität.

In Mali ist auch die Bundeswehr im Einsatz, sie beteiligt sich unter anderem an der UN-Mission Minusma im Norden des Landes, der noch immer Rückzugsgebiet mehrerer mit Al Kaida verbundener islamistischer Terrororganisationen ist. Für die Bundeswehr ist die UN-Mission knapp hinter Afghanistan der zweitgrößte Auslandseinsatz, er gilt als ihr gefährlichster.

In der Region Mopti, in der sich der Überfall ereignete, gibt es zudem ethnische Konflikte, die zuletzt des öfteren in Gewalt gemündet sind.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Januar 2019 um 06:00 Uhr.

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