Frankreichs Präsident Emmanuel Macron | Bildquelle: AP

Ministerrücktritte in Paris Macron bildet Kabinett um

Stand: 04.09.2018 18:46 Uhr

Frankreichs Präsident Macron erlebt turbulente Tage. Inmitten sinkender Umfragewerte war er zu einer Kabinettsumbildung gezwungen. Er besetzte das Umwelt- und das Sportministerium neu.

Nach zwei überraschenden Ministerrücktritten hat der französische Staatspräsident Emmanuel Macron die Regierung umgebildet. Der Präsident der Nationalversammlung, François de Rugy, wird neuer Umweltminister und tritt damit die schwierige Nachfolge von Nicolas Hulot an. Der 63-Jährige hatte in der vergangenen Woche das Handtuch geworfen und dies lautstark mit mangelnden Fortschritten beim Umwelt- und Klimaschutz begründet.

Nicolas Hulot | Bildquelle: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA-EFE/
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Nicoloas Hulot war in der vergangenen Woche von seinem Amt als Umweltminister zurückgetreten.

Nachfolgerin für die Sportministerin Laura Flessel wird die aus Rumänien stammende Ex-Schwimmsportlerin Roxana Maracineanu. Flessel hatte heute ihren Rückzug angekündigt. Auch damit war nicht in der Öffentlichkeit gerechnet worden.

Macron gerät in Bedrängnis

Macron habe die beiden neuen Minister auf Vorschlag von Premier Édouard Philippe ernannt, berichtete der Élyséepalast in Paris.

Die Turbulenzen werfen ein Schlaglicht auf Macron, der 16 Monate nach Amtsübernahme in Bedrängnis geraten ist. Der Élyséepalast war bereits im Sommer durch die Affäre um seinen früheren Leibwächter Alexandre Benalla erschüttert worden. Die Wirtschaft der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone läuft in diesem Jahr schlechter als erwartet. Laut einer Umfrage sind nur noch 31 Prozent der Franzosen mit dem Handeln des sozialliberalen Staatschefs zufrieden.

De Rugy gilt als politisches Schwergewicht

Der neue Umweltminister de Rugy gilt als ein politisches Schwergewicht. Bei der Vorwahl der Sozialisten für den Präsidentenwahl 2017 war er als Vertreter der Ökologischen Partei angetreten, hatte sich aber nicht durchsetzen können. Später verbündete er sich mit Macron.

François de Rugy | Bildquelle: AFP
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François de Rugy ist neuer Umweltminister von Frankreich.

De Rugy war seit Beginn der Legislaturperiode im Sommer 2017 Präsident der Nationalversammlung, dies ist das Unterhaus des französischen Parlaments. Der offizielle Titel de Rugys lautet nun: "Staatsminister, Minister des ökologischen und solidarischen Übergangs". Die Umweltorganisation Greenpeace France zeigte sich skeptisch und äußerte die Erwartung, dass de Rugy die Politik von Macron umsetzen werde.

Flessel wies auf sportliche Erfolge hin

Die ehemalige Sportministerin Flessel führte in einer Erklärung "persönliche Gründe" an, ging dabei aber nicht ins Detail. Flessel, eine Ex-Weltklasse-Fechterin, sprach von "16 mitreißenden Monaten an der Spitze des Sportministeriums". Die Vorbereitung der Olympischen Spiele 2024 in Paris sei auf einem guten Weg. Sie wies auch auf die sportlichen Erfolge Frankreichs hin, wie den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in Russland. "Dank des Sports leuchtet Frankreich." Sie wolle ihr Handeln auf anderen Wegen fortsetzen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. September 2018 um 17:00 Uhr in den Nachrichten.

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