Emmanuel Macron | dpa

Corona in Frankreich Macron mahnt zu "doppelter Wachsamkeit"

Stand: 11.12.2020 15:23 Uhr

Seit Ende Oktober gelten in Frankreich verschärfte Corona-Maßnahmen, trotzdem stagnieren die Zahlen auf hohem Niveau. Geplante Lockerungen wurden nun aufgeschoben. Präsident Macron rief zu besonderer Wachsamkeit an Weihnachten auf.

Wegen der Corona-Pandemie hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Bürger seines Landes zu "doppelter Wachsamkeit" an Weihnachten aufgerufen. "Genau in den Momenten, in denen man sich gehen lässt, verbreitet man das Virus", sagte er am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Zugleich verteidigte Macron den Beschluss seiner Regierung, geplante Lockerungen wegen der hohen Infektionszahlen aufzuschieben.

"Wir wären unverantwortlich, wenn wir alles öffnen würden", sagte Macron zu Kinos, Theatern und Museen, die nun noch bis mindestens 7. Januar geschlossen bleiben sollen. Ursprünglich war ihre Öffnung ab kommenden Dienstag geplant.

Behörden warnen vor Wiederaufflammen der Epidemie

Ab dem 15. Dezember können die Franzosen dennoch ein wenig aufatmen: Erstmals seit anderthalb Monaten können sie ihre Wohnungen tagsüber ohne triftigen Grund und Zeitbeschränkung verlassen und müssen dafür keine Bescheinigungen mehr ausfüllen. Stattdessen tritt ab Dienstag eine Sperrstunde in Kraft, die von 20 Uhr bis sechs Uhr morgens dauern soll. Nur an Heiligabend dürfen sich die Menschen nach Angaben von Premierminister Jean Castex frei bewegen: "Wir sind noch nicht am Ende der zweiten Welle angekommen."

Frankreichs Gesundheitsbehörden warnen sogar vor einem Wiederaufflammen der Covid-19-Epidemie im Land. Die Entwicklung in der vergangenen Woche erfordere äußerste Wachsamkeit - gerade mit Blick auf die Feiertage, hieß es in einer Mitteilung von Santé Publique. Nach vier aufeinanderfolgenden Woche mit starkem Rückgang verharrten die Indikatoren wie etwa die Zahl der Corona-Neuinfektionen nun auf einem hohen Niveau.

Zwischen dem 30. November und 6. Dezember zählten die Behörden 107 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Rückgang um sechs Prozent. Im Schnitt wurden 10.000 neue Corona-Fälle pro Tag gemeldet. Auch die Sterblichkeit sei weiterhin sehr hoch. Der Anteil positiver Tests geht allerdings weiter zurück.

Skigebiete sollen im Januar öffnen

Wegen des neuerlichen Beschlusses wurde in Paris die Wiedereröffnung des Eiffelturms abgesagt. Seit Ende Oktober - mit Beginn der neuen Ausgangsbeschränkungen - ist das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt geschlossen, sollte aber am 16. Dezember wieder für Besucher öffnen. "Nach Ankündigungen der Regierung verschiebt der Eiffelturm seine Wiedereröffnung bis auf Weiteres", hieß es nun auf dem offiziellen Twitter-Account der Sehenswürdigkeit.

Dafür erwägt die Regierung, die französischen Skigebiete ab dem 7. Januar wieder vollständig zu öffnen, wie es nach einem Regierungstreffen mit Branchenvertretern hieß. Nach einer Einigung mit Deutschland und Italien hatte Frankreich eine vorläufige Schließung aller Skilifte angeordnet. Die Länder wollen damit neue Corona-Ausbrüche wie in Ischgl zu Jahresbeginn vermeiden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. November 2020 um 09:00 Uhr.