Außenminister Maas im Sudan | Bildquelle: MARWAN ALI/EPA-EFE/REX

Maas im Sudan Besuch mit Signalwirkung

Stand: 03.09.2019 20:36 Uhr

Der Sudan hat - nach schwerer Krise - seit einigen Wochen eine neue Führung. Außenminister Maas war heute als einer der ersten westlichen Politiker vor Ort - und versprach Deutschlands Unterstützung.

Von Björn Blaschke, ARD-Hörfunkstudio Kairo

Im Goethe-Institut der sudanesischen Hauptstadt Khartum besuchte Außenminister Heiko Maas eine Fotoausstellung. Die Bilder dokumentieren den Aufstand, der im April zum Sturz von Langzeitdiktator Omar al-Bashir führte - und sie dokumentieren die Monate danach. Denn: Der Abgang al-Baschirs reichte den Demonstranten nicht. Sie wollten den Militärrat, der nach ihm die Macht übernahm, durch eine rein zivile Führung ersetzen. Das Militär schlug den Protest nieder, ohne ihn brechen zu können. Vergangenen Monat einigten sich Vertreter der Demokratiebewegung und des Militärrates auf einen Kompromiss - auf eine neue Führung für den Sudan.

Maas reiste nun in Sudans Hauptstadt Khartoum, um diese neue Führung zu unterstützen und auch die Zivilgesellschaft zu stärken: "Ich glaube, es wird in den kommenden Wochen, in den kommenden Monaten sehr darauf ankommen, dass diejenigen, die jetzt den freiheitlichen, demokratischen Weg im Sudan eingeschlagen haben, auch unterstützt werden. Das wollen wir tun", erklärte Maas.

Außenminister Maas sagt Sudan Unterstützung auf dem Weg zur Demokratie zu
tagesschau 20:00 Uhr, 03.09.2019, Christian Feld, ARD Berlin zzt. Sudan

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Maas verspricht Unterstützung

Minister Maas sprach in Khartum auch mit den Fotografen, die den Aufstand gegen al-Baschir dokumentiert haben. Außerdem traf er auf führende Organisatoren der monatelangen Demonstrationen. Der Minister bilanziert die Treffen: "Erstmal ist mir ganz viel erzählt worden, was diese Menschen hier erlebt haben in den letzten Wochen. Die Hoffnungen sind immens - und ich bin gebeten worden, dass wir in Deutschland und wir in Europa im Rahmen unserer Möglichkeiten ein Teil dazu beitragen, dieses Land finanziell zu unterstützen."

Die neue Führung des Sudan möchte vor allem von der "Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten" gestrichen werden. Die USA setzten den Sudan 1993 auf diese Liste, weil der damals herrschende al-Baschir Al-Kaida-Chef Osama bin Laden Unterschlupf gewährt hatte. Die Liste bedeutet bis heute, dass die USA Kredite der Weltbank und anderer internationaler Finanzinstitutionen für den Sudan ablehnen. Und die Wirtschaft ist eines der Hauptprobleme des Landes.

Nach ihrem Gespräch gaben der neue Regierungschef des Sudan, Abdallah Hamduk, und Maas eine gemeinsame Pressekonferenz. In deren Verlauf machte Maas dem Sudan öffentlich Zusagen: Man werde den Sudan unterstützen. "Und ich konnte dem Premierminister auch mitteilen, dass wir jetzt kurzfristig die humanitäre Hilfe, die wir dem Land zu Teil werden lassen, um fünf Millionen Euro erhöhen auf einen Gesamtbetrag von 15 Millionen Euro in diesem Jahr."

Hoffen auf Deutschland

Zudem stellte Maas dem Sudan eine Wiederaufnahme der Entwicklungshilfe in Aussicht. Darüber solle im Bundestag beraten werden. 

Signale. Immerhin. Genau das sieht auch Doha Mohammed im Sudan-Besuch von Maas: Ein Besuch mit Signalwirkung. Doha ist Fotografin. Auch ihre Bilder hat Maas am Vormittag im Goethe-Institut in Khartoum gesehen. "Es ist ein Signal, dass er hier ist. Er unterstützt - und vielleicht ist es ein Zeichen dafür, dass sich die Dinge zum Besseren ändern. Die ganze Welt blickt auf uns und sieht den Wandel."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. September 2019 um 18:00 Uhr.

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