Polizei bewacht den Tatort in Grays | Bildquelle: AP

39 Leichen in Lkw Britische Behörden suchen Hilfe in Vietnam

Stand: 28.10.2019 12:30 Uhr

Nach dem Fund von 39 Leichen in Großbritannien arbeiten britische und vietnamesische Ermittler an der Identifizierung der Opfer. Immer mehr deutet darauf hin, dass viele der Opfer aus Vietnam stammen.

Fünf Tage nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen in Großbritannien deutet immer mehr darauf hin, dass viele der Opfer aus Vietnam kommen.

Die britischen Behörden haben Unterlagen nach Vietnam geschickt, die bei der Identifizierung der Opfer helfen sollen. Der vietnamesische Vize-Außenminister Bui Than Son teilte mit, Großbritannien hätte "vier Aktensätze in Bezug auf die Lkw-Toten" auf den Weg nach Hanoi gebracht.

Polizei und der Lkw, in dem die Toten entdeckt wurden | Bildquelle: AFP
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Begehung des Tatorts und Spurensicherung: Die 39 Leichen waren im Laderaum eines Lastwagens gefunden worden, der im Ort Grays stand.

Familien in Vietnam suchen Angehörige

Am Wochenende hatten sich die Hinweise darauf verdichtet, dass es sich bei den Toten zum Großteil um Vietnamesen handeln könnte. Seit Freitag hatten mehrere Familien aus dem verarmten Zentrum Vietnams ihre Angehörigen als vermisst gemeldet. In den Provinzen Nghe An und Ha Tinh begannen die vietnamesischen Behörden damit, Haar- und Blutproben von mutmaßlichen Familienangehörigen zu nehmen. 

Zunächst waren die Ermittler davon ausgegangen, dass es sich bei den Opfern um Chinesen handele. Die Menschen könnten bei der Reise nach Großbritannien gefälschte chinesische Pässe bei sich getragen haben. 

Fahrer soll vor Gericht erscheinen

Die Leichen der 31 Männer und acht Frauen waren vergangenen Mittwoch in einem Industriegebiet östlich von London im Kühlcontainer eines Lastwagens entdeckt worden. Die Umstände deuten stark darauf hin, dass es sich bei den Opfern um ins Land geschleuste Migranten handelt. Der aus Nordirland stammende Lkw-Fahrer wurde festgenommen, er soll heute vor Gericht erscheinen. Dem 25-Jährigen werden Totschlag, Verschwörung zum Menschenhandel und Geldwäsche zur Last gelegt. 

Immer wieder bringen Schleuserbanden Menschen in Lastwagen nach Europa und setzen sie dabei größten Gefahren aus. Gestern wurden bei einer Kontrolle im Hafen von Calais acht Menschen, unter ihnen vier Kinder, in einem Kühllastwagen entdeckt. Wie die französischen Behörden mitteilten, litten die Migranten unter Unterkühlung. In dem Lkw lag die Temperatur bei sieben Grad. Die beiden rumänischen Fahrer wurden festgenommen. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Oktober 2019 um 13:00 Uhr.

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