SDF-Kämpfer bei Baghus | Bildquelle: dpa

Krieg in Syrien Kurden-Offensive gegen letzte IS-Bastion

Stand: 11.03.2019 01:58 Uhr

Im Osten Syriens haben kurdische Streitkräfte die Angriffe auf die letzten Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" wieder aufgenommen. Derzeit verschanzen sich noch rund 500 Dschihadisten im Dorf Baghus.

Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben die Offensive auf die letzte verbliebene Bastion der Terrormiliz "Islamischer Staat" wieder aufgenommen. Zuvor war ein Ultimatum der kurdischen Einheiten abgelaufen, das den Extremisten die Möglichkeit eingeräumt hatte, sich zu ergeben.

Im belagerten Dorf Baghus verharren derzeit noch rund 500 IS-Kämpfer. Auch schätzen die SDF, dass sich noch 3000 bis 4000 Frauen und Kinder auf dem Gebiet befinden. Ein Kommandeur der Kurden kündigte an, die Stellung vom Boden aus einnehmen zu wollen und auf Luftunterstützung der US-geführten Militärkoalition zurückzugreifen. So soll die Zahl der Toten möglichst gering gehalten werden.

Baghus | Bildquelle: REUTERS
galerie

Im Dorf Baghus haben sich noch mehrere hundert IS-Kämpfer verschanzt.

Der IS ist weiterhin aktiv

Sollte es den kurdischen Einheiten gelingen Baghus einzunehmen, wäre es das Ende der territorialen Ausbreitung der Terrormiliz. Höhepunkt seiner Macht hatte der "Islamische Staat" im Sommer 2014 erreicht, als er große Teile Syriens und des Irak kontrollierte. Mittlerweile hat er sein früheres Herrschaftsgebiet fast vollständig verloren.

Zellen der Dschihadisten sind aber in beiden Ländern weiter aktiv. Immer wieder kommt es in verschiedenen Gebieten zu Angriffen der Dschihadisten. Viele von ihnen sind in den Wüstengebieten der beiden Länder untergetaucht. Beobachter warnen, der "IS" sei noch nicht besiegt.

Bolton: Die Bedrohung wird bleiben

Auch der Nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, John Bolton, sagte, der "IS" habe zwar praktisch 100 Prozent seines eroberten Territoriums verloren, bleibe aber als Terrororganisation weiter gefährlich. "Wir wissen jetzt, dass es immer noch verstreute IS-Kämpfer im Irak und in Syrien gibt und dass der IS selbst in anderen Teilen der Welt wächst", sagte Bolton. "Die Bedrohung des IS wird bleiben."

US-Präsident Donald Trump hatte Ende Februar behauptet, dass IS-Gebiet sei zu "100 Prozent" zurückerobert und die Gefahr damit weitgehend gebannt. Er verfolgt das Ziel, die US-Truppen im Land so bald wie möglich abzuziehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 11. März 2019 um 00:00 Uhr.

Darstellung: