Archiv: Kurdische YPG-Kämpfer während einer Parade in Qamischli zum Sieg über den IS | Bildquelle: REUTERS

Nach Erdogan-Putin Absprache Kurden ziehen von türkischer Grenze ab

Stand: 24.10.2019 16:28 Uhr

Die von kurdischen Milizen geführte SDF beugt sich dem Willen Putins und Erdogans und zieht sich zurück. Russland schickt weitere Militärpolizisten. Trotz Waffenstillstands kommt es offenbar zu neuen Kämpfen.

Dem stellvertretenden russischen Außenminister ist die Genugtuung anzumerken: "Alles wird umgesetzt", bilanziert Sergej Werschinin die Tatsache, dass die Kurden mit ihrem Abzug aus dem türkisch-syrischen Grenzgebiet begonnen haben. "Wir stellen mit Zufriedenheit fest, dass die in Sotschi erzielte Vereinbarung umgesetzt wird."

Russland auf dem Vormarsch

Der russische Präsident Putin und sein türkischer Amtkollege Erdogan hatten beschlossen, den Waffenstillstand in Nordsyrien zu verlängern. Die Kurdenmiliz YPG, die von der Türkei als Terrororganisation angesehen wird und der der Angriff in Nordsyrien galt, sollte sich aus der Grenzregion zurückziehen. An ihrer Stelle sollten russische Militärpolizisten gemeinsam mit syrischen Regierungstruppen die Grenzregion überwachen. Nur zwischen Tall Abjad und Ras al-Ain sollen sich türkische Truppen aufhalten dürfen.

Markus Preiß, ARD Brüssel, zum Treffen der Verteidigungsminister
tagesschau 12:00 Uhr, 24.10.2019

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Jetzt meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die von der Kurdenmiliz YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten sich von mehreren Positionen zwischen den Grenzorten Amuda und Al-Darbasija im Nordosten des Bürgerkriegslandes zurückgezogen.

Erste Konvois der russischen Militärpolizei waren gestern in Kobane eingetroffen, weitere 276 Militzärpolizisten will Russland noch in dieser Woche in die Region verlegen.

Aufforderung an die USA

Russland forderte die USA auf, auch ihre letzten in Syrien noch verbliebenen Soldaten abzuziehen. Die amerikanischen Soldaten hätten kein Recht, sich auf syrischem Gebiet aufzuhalten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die russischen Streitkräfte seien die einzigen, die sich mit Erlaubnis der syrischen Führung und deshalb legitim dort aufhielten. US-Präsident Donald Trump hatte zwar einen Truppenabzug aus dem Norden Syriens verfügt. Einige Kräfte gibt es aber noch im Osten Syriens zur Sicherung der Ölfelder sowie in der Zone Al-Tanf im Süden. Dem Vernehmen nach sind zudem aus dem Norden noch nicht alle US-Soldaten abgezogen.

Vereinzelte Verstöße gegen Feuerpause

Dort kam es offenbar erneut zu einzelnen Verstößen gegen die Waffenruhe. Die türkische Armee habe zusammen mit ihren lokalen syrischen Verbündeten drei Orte in der Nähe der Stadt Al-Hassaka angegriffen. Das erklärte ein Sprecher der YPG. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Zusammenstößen zwischen protürkischen Milizen und der YPG. Die Türkei ihrerseits beschuldigte die YPG, bei Ras al-Ain einen Angriff ausgeführt zu haben. Dabei seien fünf türkische Soldaten verletzt worden.

Der Sprecher der SDF-Truppen, Kino Gabriel, sagte dagegen, die SDF hielten sich an die Waffenruhe und übten nur ihr Recht auf Selbstverteidigung aus. Er forderte die USA auf, für eine Ende der Angriffe zu sorgen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Oktober 2019 um 16:00 Uhr.

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