Angeklagte in einem Gerichtssaal in Vietnam. | Bildquelle: AFP

Tod im Kühllaster Gericht in Vietnam verhängt Haftstrafen

Stand: 15.09.2020 09:59 Uhr

Im vergangenen Oktober sorgte der Fund von 39 toten Vietnamesen in einem Kühllaster bei London weltweit für Entsetzen. Nun hat ein Gericht in Vietnam gegen vier Hintermänner mehrjährige Gefängnisstrafen ausgesprochen.

Ein Gericht in Vietnam hat erstmals Haftstrafen im Zusammenhang mit dem Tod von 39 Vietnamesen in einem Kühllastwagen in Großbritannien verhängt. Vier Angeklagte im Alter zwischen 26 und 36 Jahren müssen nun zwischen zweieinhalb und siebeneinhalb Jahren ins Gefängnis, berichten staatliche Medien.

Laut der amtlichen Provinz-Zeitung wurden sie wegen "Organisation und Vermittlung illegaler Auswanderung" verurteilt. Drei weitere Angeklagte erhielten Bewährungsstrafen. 

Tod durch Ersticken

Die Leichen der 39 vietnamesischen Migranten waren Ende Oktober 2019 in einem Industriegebiet östlich von London in einem Kühllaster entdeckt worden. Laut Obduktionsbericht starben die in einem Container eingesperrten Menschen an Sauerstoffmangel und Überhitzung. Der Container mit den Vietnamesen war auf einer Fähre von Belgien aus nach Großbritannien gebracht worden.

Nguyen Dinh Gia, der seinen 20-jährigen Sohn bei der Tragödie verlor, sagte der Nachrichtenagentur AFP, aus seiner Sicht müssten die Angeklagten nicht ins Gefängnis. "Die beteiligten Leute haben nur versucht zu helfen, und dann ist es zu dem Unfall gekommen", sagte er. Sein erwachsener Sohn habe sich freiwillig der Gruppe angeschlossen, "um ein besseres Leben zu haben, Geld zu verdienen, um unsere Armut zu lindern", sagte Gia. Sein Sohn habe in Großbritannien in einem Nagelstudio arbeiten wollen.

Spediteur bekannte sich schuldig

In dem Fall, der im Oktober vergangenen Jahres weltweit Entsetzen ausgelöst hatte, waren zuvor mehrere Dutzend Verdächtige in Großbritannien, Frankreich, Belgien und auch Deutschland festgenommen worden.

Bereits im April hatte sich der Lastwagenfahrer, der den Container innerhalb Englands transportiert hatte, in dem Fall der fahrlässigen Tötung für schuldig bekannt. Auch der Spediteur aus Nordirland, der eine führende Rolle in einem Schleuserring gespielt haben soll, bekannte sich im August vor Gericht zur Tat.

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