Bau der Pipeline "Power of Siberia" | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Kraft Sibiriens" Russisches Gas für China

Stand: 02.12.2019 12:13 Uhr

3000 Kilometer lang und eine Milliardeninvestition: Russland hat die Pipeline "Kraft Sibiriens" in Betrieb genommen. Sie soll China mit Erdgas versorgen. Präsident Putin sprach von einem "wahrhaft historischen Ereignis".

Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein erstes Teilstück der Gaspipeline "Kraft Sibiriens" eröffnet. Ab 2023 soll das etwa 3000 Kilometer lange Bauwerk China mit Erdgas versorgen. Es handle sich um ein "wahrhaft historisches Ereignis nicht nur für den Energiemarkt weltweit, sondern für Russland und China", sagte Putin bei einer im russischen Fernsehen übertragenen Videokonferenz mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Die Pipeline verläuft von der Lagerstätte Kowyktinskoje bis an die russisch-chinesische Grenze bei Blagoweschtschensk. Sie durchquert dabei nach Auskunft von Gazprom Sumpfböden, Gebirge und seismisch aktive Gebiete sowie Abschnitte mit Dauerfrost- und Felsboden. Der Konzern gibt an, die Rohre hauptsächlich in Geländen mit lichten Wäldern und einst ausgebrannten Waldgebieten verlegt zu haben.

Bau der Pipeline "Power of Siberia" | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Bauarbeiter errichten die Pipeline "Kraft Sibiriens"

Europa bleibt Hauptabsatzmarkt

Der Bau hatte 2014 begonnen, nachdem der russische Konzern Gazprom einen Liefervertrag mit dem chinesischen Konzern CNPC über 30 Jahre geschlossen hatte. Er wird auf einen Wert von mehr als 363 Milliarden Euro geschätzt. Pro Jahr sollen durch die fertige Pipeline 38 Milliarden Kubikmeter Gas nach China gepumpt werden. Das sind derzeit 9,5 Prozent des dortigen Verbrauchs. Gazprom hatte die Kosten für die längste Gasleitung im Osten Russlands mit rund 50 Milliarden Euro veranschlagt. Damit ist "Kraft Sibiriens" etwa fünfmal teurer als die umstrittene neue Ostseepipeline "Nord Stream 2".

Durch die Pipeline "Kraft Sibiriens" will sich Gazprom unabhängiger von Europa machen. Dennoch exportiert der Konzern auch nach der Fertigstellung das meiste Gas nach Westen. 201,7 Milliarden Kubikmetern gingen im vergangenen Jahr nach Europa.

Anfang 2020 will Russland eine weitere Gaspipeline in Betrieb nehmen. Im Januar eröffnet Putin die durch das Schwarze Meer verlegte Leitung "Turkish Stream".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Dezember 2019 um 18:08 Uhr.

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