Hunde sitzen in einem Käfig | Bildquelle: picture-alliance / dpa

Urteil in Südkorea Hunde gehören nicht auf die Speisekarte

Stand: 21.06.2018 11:37 Uhr

In Südkorea essen sie Hunde - noch. Ein Gericht erklärte es nun erstmals als rechtswidrig, Hunde für den Verzehr zu töten. Doch es ist nur ein erster Schritt, um Hundefleisch vielleicht endgültig zu verbieten.

Was in anderen Ländern unvorstellbar scheint, ist in Südkorea Tradition: Hunde sind dort nicht nur Haustiere, sondern ihr Fleisch wird auch gegessen - noch. Ein erstes Gericht erklärte den Verzehr von Hundefleisch für illegal.

Eine Million Hunde pro Jahr

Das Urteil fiel bereits im April, doch erst jetzt veröffentlichten die Richter des Regionalgerichts in Bucheon die Begründung für ihre Entscheidung: Fleischverzehr sei rechtlich kein ausreichender Grund für das Töten von Hunden. In dem Prozess hatte die Tierschutzorganisation Care gegen einen Betreiber einer sogenannten Hundefarm geklagt. In Südkorea gibt es rund 17.000 solcher Farmen, auf denen Hunde gezüchtet und häufig auch geschlachtet werden. Schätzungen der Nachrichtenagentur AFP zufolge werden pro Jahr etwa eine Million Hunde gegessen.

Demonstrierende stehen mit Hundemasken in einer Reihe in Seoul. | Bildquelle: AFP
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In Südkorea protestieren Menschen gegen den Verzehr von Hundefleisch.

Die Kläger hatten dem Farmbesitzer vorgeworfen, die Tiere "ohne berechtigten Grund zu töten". Zudem habe er gegen Hygiene- und Bauvorschriften verstoßen. Behörden des Landes greifen schon seit Längerem auf Vorschriften wie Hygienebestimmungen zurück, um dem Züchten von Hunden speziell für den Zweck, sie später zu Lebensmitteln zu verarbeiten, einen Riegel vorzuschieben, trotz fehlendem gesetzlichen Verbot. Denn bis jetzt fällt die Problematik in eine rechtliche Grauzone.

Care hofft auf Signalwirkung

Für die Tierschützer von Care ist das Urteil in Bucheon ein wegweisender Schritt. Sie hoffen, dass auf Basis dieses Rechtsspruchs der Verzehr von Hundefleisch bald in ganz Südkorea als illegal eingestuft wird.

Ganz anders reagierten die Betreiber der Hundefarmen. Ein Vertreter kündigte an, das Urteil nicht zu akzeptieren, weil es das Töten von Hunden mit dem Töten eines Tieres "aus einer bloßen Laune heraus" gleichsetze. "Auch Kühe, Schweine, Hühner und Enten werden gezüchtet, um sie zu essen. Warum nicht auch Hunde?", fragte der Farmbesitzer und forderte die Politik auf, klarzustellen, dass der Verzehr von Hundefleisch auch weiterhin legal bleibe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Juni 2018 um 11:00 Uhr.

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