Nordkoreas Machthaber Kim trifft Südkoreas Präsdeinten Moon  | Bildquelle: AFP

Nordkorea-Südkorea-Gipfel Ein historischer Handschlag

Stand: 27.04.2018 04:38 Uhr

Nordkoreas Staatschef Kim und der südkoreanische Präsident Moon haben sich zum Auftakt des Gipfeltreffens herzlich mit Handschlag begrüßt. Später sprach Kim von einem "neuen Anfang" in den Beziehungen der beiden Länder.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will ein "neues Kapitel" in den Beziehungen zu Südkorea aufschlagen. Zum Beginn des historischen Gipfels mit Südkoreas Präsident Moon Jae In im Grenzdorf Panmunjom sprach Kim von einem "neuen Anfang" und sagte: "Wir können eine bedeutende Vereinbarung erreichen, aber wichtig ist, dass sie umgesetzt wird. Wenn nicht, werden wir unser Volk enttäuschen."

Gipfeltreffen vom Kim und Moon | Bildquelle: REUTERS
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Nordkoreas Machthaber Kim trägt sich in das Gästebuch ein.

Kim hofft auf "gute Ergebnisse"

Kim erwartet "freimütige Diskussionen" und hofft auf "gute Ergebnisse". "Ich hoffe, wir können die Erwartungen erfüllen. Südkoreas Präsident begrüßte die "mutige Entscheidung" Kims, zu dem ersten Gipfel in Südkorea zu kommen. Er forderte ihn auf, bei dem Treffen gemeinsam "kühne" Entscheidungen zu treffen.

Herzlicher Handschlag

Als erster nordkoreanischer Staatschef seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) hatte Kim zuvor die Grenze überquert und südkoreanischen Boden betreten. Der Machthaber wurde direkt an der Demarkationslinie in der gemeinsamen Sicherheitszone von Moon Jae In empfangen. Beide Staatschefs begrüßten sich herzlich mit Handschlag.

Spontan forderte Kim den südkoreanischen Präsidenten auf, seinerseits die Betonschwelle im Boden, die die Linie kennzeichnet, auch nach Norden zu überqueren. Moon betrat damit nordkoreanischen Boden, was vorher nicht erwartet worden war. Zwischen den blauen Baracken, die beide Seiten nach dem Krieg als Besprechungsräume nutzten, markiert die betonierte Schwelle zwischen dem Sandfeld im Norden und dem Kiesbett im Süden die Demarkationslinie.

Gipfeltreffen von Kim und Moon | Bildquelle: REUTERS
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Herzliche Begrüßung: Nordkoreas Staatschef Kim und der südkoreanische Präsident Moon

"Symbol des Friedens"

"Mit dem Moment, in dem der Vorsitzende Kim die militärische Demarkationslinie überschritten hat, wurde Panmunjom zu einem Symbol des Friedens, nicht der Teilung", sagte Moon.

Im Mittelpunkt des mit Spannung und großen Hoffnungen erwarteten Gipfels stehen der Streit um Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm und eine langfristige Friedenslösung für die koreanische Halbinsel.

Grundlage für Trump-Treffen

Es ist nach 2000 und 2007 in Pjöngjang der dritte innerkoreanische Gipfel, aber der erste seit der Eskalation der Spannungen über Nordkoreas Atom- und Raketentests und der erste auf südkoreanischem Boden. Die Ergebnisse des Gipfels werden auch Grundlage für das Ende Mai oder Anfang Juni geplante Treffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump sein.

Die US-Regierung erhofft sich von dem Gipfel Fortschritte für Friedensbemühungen auf der Koreanischen Halbinsel. Das Weiße Haus teilte in einer Stellungnahme mit, es freue sich auf andauernde stabile Debatten in Vorbereitung auf ein geplantes Treffen von Trump und Kim.

Mit welcher Art von Vereinbarung das eintägige Treffen im Friedenshaus in Panmunjom zu Ende gehen wird, ist noch unklar. "Es hängt wirklich vom Verlauf der Diskussionen ab", sagte der Sprecher Moons. Die USA und Südkorea fordern ein eindeutiges Bekenntnis Kims zur Denuklearisierung, womit sie eine baldige, überprüfbare und nicht umkehrbare Beseitigung der Atomwaffen meinen.

Südkoreas Präsident Moon trifft Nordkoreas Machthaber Kim | Bildquelle: YONHAP/EPA-EFE/REX/Shutterstock
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Südkoreas Präsident Moon trifft Nordkoreas Machthaber Kim

"Weltweite Abrüstung"

Nordkoreas Machthaber hatte aber erst am vergangenen Freitag, als er überraschend die Einstellung seiner Atom- und Raketentests verkündet hatte, die Vollendung des Atomprogramms als "großen Sieg" gefeiert. Er sprach nur allgemein davon, dass Nordkorea mit diesem Teststopp zur "weltweiten Abrüstung" beitrage.

Experten sind deswegen skeptisch, ob er seine nuklearen Waffen aufgeben will. Sie sehen seinen Willen zur Beseitigung seiner Atomwaffen eher im Rahmen der globalen Abrüstungsbemühungen aller Nuklearmächte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. April 2018 um 04:54 Uhr.

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