Bosco Ntaganda | Bildquelle: REUTERS

Ex-Rebellenchef des Kongos "Terminator" in allen Punkten schuldig

Stand: 08.07.2019 12:41 Uhr

Der ehemalige kongolesische Rebellenchef Ntaganda ist wegen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen worden. Der Internationale Strafgerichtshof verurteilte ihn wegen Massakern und Vergewaltigungen im Norden des Kongos.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat den ehemaligen Rebellenchef des Kongos, Bosco Ntaganda, wegen Kriegsverbrechen in allen 18 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Der 45-Jährige war für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den Jahren 2002 und 2003 angeklagt. Dazu gehörten Massaker an Zivilisten, Vergewaltigungen, sexuelle Sklaverei und der Einsatz von Kindersoldaten.

Er beteuerte seine Unschuld

Ntaganda wurde als der "Terminator" bekannt. Er war damals Kommandant der Rebellengruppe "Patriotische Kräfte für die Befreiung des Kongos" in der Provinz Ituri im Norden des Landes. 2013 stellte er sich selbst.

Während des Prozesses beteuerte er seine Unschuld. Als Richter Robert Fremr das Urteil bekanntgab, zeigte Ntaganda keine Emotionen.

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Der ehemalige Rebellenchef des Kongos, Bosco Ntaganda, ist wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden. Bei der Bekanntgabe des Urteils zeigte er keine Emotionen.

Mehr als 60.000 Menschen getötet

Der bewaffnete Konflikt in Ituri begann 1999. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden bei den jahrelangen Kämpfen um die Kontrolle der Region mehr als 60.000 Menschen getötet. Mitte Juni diesen Jahres flammte die ethnische Gewalt dort wieder auf und trieb Zehntausende Menschen in die Flucht.

Es ist erst die dritte Verurteilung für Kriegsverbrechen in der 17-jährigen Geschichte des Gerichts. Das Strafmaß wird bei einer späteren Anhörung festgelegt.

Bosco Ntaganda: Der "Terminator" des Kongo
Linda Staude, ARD Nairobi
08.07.2019 15:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Juli 2019 um 13:00 Uhr.

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