Die Schülerin Greta Thunberg, Initiatorin der "Fridays for Future"-Proteste. | Bildquelle: dpa

"Fridays for Future" Thunberg für Nobelpreis vorgeschlagen

Stand: 14.03.2019 16:49 Uhr

Sie ist das Gesicht der "Fridays for Future"-Proteste für mehr Klimaschutz: Dafür wurde Greta Thunberg für den Friedensnobelpreis nominiert. Die Bewegung soll morgen ihren bisherigen Höhepunkt erreichen.

Im August 2018 hatte Greta Thunberg angefangen, vor dem Sitz der schwedischen Regierung in Stockholm für mehr Klimaschutz zu protestieren. Mittlerweile haben sich ihrem Ziel Schüler auf der ganzen Welt angeschlossen: Jeden Freitag gehen sie unter dem Motto "Fridays for Future" auf die Straße und schwänzen dafür bewusst den Schulunterricht. Für ihr Engagement wurde Thunberg von schwedischen Politikern sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Die heute 16-Jährige habe "eine Massenbewegung gestartet", den er als wichtigen Beitrag zum Frieden erachte, sagte Freddy Andre Östvegard, Abgeordneter der schwedischen sozialistischen Linken. Gemeinsam mit zwei Parteikollegen hatte er Thunberg Ende Januar für den Nobelpreis vorgeschlagen - rechtzeitig, bevor die Frist ablief, um Nominierungsvorschläge einzubringen.

Thunberg spricht sich für "globale Notlage" aus

Thunberg sei "geehrt und sehr dankbar", twitterte die Neunklässlerin als Reaktion. Für eine solche Auszeichnung in Betracht gezogen zu werden, sei "unglaublich und ein wenig sonderbar", fügte sie im Interview mit der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" hinzu.

Den Einsatz für eine klimafreundlichere Zukunft sieht die mögliche Nobelpreisträgerin erst am Anfang, wie Thunberg im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa betonte: "Warum in aller Welt sollten wir jetzt damit aufhören? Wir haben noch nicht einmal angefangen." Und sie fügt hinzu:

"Das ultimative Ziel ist, dass die internationale Gemeinschaft eine globale Notlage erklärt und damit beginnt, die Lebensbedingungen auf der Erde zu schützen."

Proteste rund um die Welt geplant

Die "Fridays for Future"-Proteste werden an diesem Freitag ihren voraussichtlichen Höhepunkt erreichen: Weltweit sollen in mehr als 100 Ländern Aktionen stattfinden. Bis zum Nachmittag hatten über den Twitter-Account der Bewegung Unterstützer aus fast 1700 Städten ihre Teilnahme angekündigt. Auf der deutschen Internetseite von "Fridays for Future" hieß es, bundesweit solle es wohl in rund 150 Städten Demonstrationen und Kundgebungen geben.

Bewusstes Schwänzen tolerieren?

Die Schülerproteste finden sowohl große Zustimmung als auch Widerspruch. Eltern setzen sich unter dem Motto "Parents for Future" dafür ein, dass den Jugendlichen keine Schulverweise oder andere disziplinarische Maßnahmen drohen, wenn sie den Unterricht schwänzen, um zu den Demonstrationen zu gehen.

Rund 20.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben eine gemeinsame Stellungnahme unterzeichnet, um ihre Unterstützung deutlich zu machen.

Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel fand bereits lobende Worte für die Bewegung. Allerdings debattiert die Politik auch darüber, welche Grenzen der Bewegung gesetzt werden sollen und wie weit die Toleranz gehen darf, wenn mittlerweile wöchentlich Hunderte Schüler Unterricht verpassen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. März 2019 um 11:30 Uhr.

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