Südsudan, Yambio: Ehemalige Kindersoldaten nehmen an einer Feier anlässlich ihrer Freilassung teil. | Bildquelle: dpa

Bürgerkrieg im Südsudan 210 Kindersoldaten freigelassen

Stand: 19.05.2018 08:56 Uhr

Sie müssen im Bürgerkrieg kämpfen oder werden als Spione und Sex-Sklaven benutzt: Im Südsudan befinden sich Tausende Kinder und Jugendliche in der Gewalt bewaffneter Gruppen. Nun kamen mehr als 200 frei.

Im Südsudan haben im Bürgerkrieg kämpfende bewaffnete Gruppen 210 Kindersoldaten freigelassen, unter ihnen auch Mädchen. Damit habe sich die Zahl der frei gekommenen Minderjährigen in diesem Jahr auf 806 erhöht, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, mit.

Ähnliche Aktionen würden auch in den kommenden Monaten erwartet, so dass die Zahl auf mehr als 1000 steigen könnte. Die Vereinten Nationen unterstützen die Freilassungsaktionen.

Berufskurse für Freigelassene

Der UNICEF-Vertreter im Südsudan, Mahimbo Mdoe, sagte: "Jedes Mal, wenn ein Kind frei kommt und zu seiner Familie zurückkehren kann, ist das ein Grund für große Hoffnung - Hoffnung für seine Zukunft und die Zukunft des Landes."

Er hoffe, dass künftig gar keine Kinder mehr in den Händen bewaffneter Gruppen seien. Bei der Freilassungszeremonie wurden die Kinder entwaffnet, zudem bekamen sie zivile Kleidung. Sobald die Kinder mit ihren Familien wiedervereint seien, sollten sie drei Monate Bildungs- und Berufskurse sowie Lebensmittelvorräte erhalten.

Immer noch Tausende in Gewalt von Gruppen

Bereits im Februar und im April hatten in der Stadt Yambio im Süden des Landes zwei Zeremonien stattgefunden, nachdem einmal 348 und einmal 248 Kindersoldaten freigelassen worden waren.

In dem 2013 ausgebrochenen Bürgerkrieg in dem ostafrikanischen Land setzen Rebellengruppen sowie Regierungskräfte Kinder ein - laut UNICEF derzeit etwa 19.000. Viele müssen kämpfen, etliche werden aber auch etwa als Köche, Spione, Boten oder Sex-Sklaven genutzt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Mai 2018 um 09:00 Uhr.

Darstellung: