Karte: Kenia

Stützpunkt an Kenias Küste Drei US-Militärs bei Angriff getötet

Stand: 05.01.2020 23:06 Uhr

Extremisten der Al-Shabaab-Miliz haben einen Militärstützpunkt in Kenia angegriffen und drei Menschen getötet. Bei den Toten handele es sich um einen US-Soldaten und zwei zivile Vertragspartner des Pentagons, so die US-Armee.

Bei einem Angriff der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab in Kenia sind ein US-Soldat und zwei Mitarbeiter eines Dienstleisters des US-Militärs getötet worden. Zudem wurden bei der Attacke auf einen Flugplatz an der kenianischen Küste, der auch vom US-Militär als Stützpunkt genutzt wird, zwei US-Soldaten verletzt, wie die für Afrika-Einsätze zuständige Kommandozentrale der US-Streitkräfte (Africom) erklärte.

Das US-Militär werde die für den Angriff verantwortliche somalische Terrorgruppe zur Rechenschaft ziehen, erklärte Africom-General Stephen Townsend. Die USA würden weiterhin dafür sorgen, dass Al-Shabaab kein Rückzugsgebiet in Ostafrika habe, um Anschläge zu planen, erklärte er weiter.

Das US-Militär fliegt in Somalia immer wieder Luftangriffe gegen Al-Shabaab. Die Extremistengruppe reklamierte den Angriff auf dem Flugplatz Manda Bay nahe der kenianischen Insel Lamu für sich. Sie erklärte, ein "Trupp Elitesoldaten" der "Märtyrerbrigade" habe eine Basis des "amerikanischen Kreuzzugs gegen den Islam" angegriffen. Sie veröffentlichte ein Foto eines brennenden Kleinflugzeuges; auch Treibstofftanks gerieten in Brand.

Kenianische Armee: Angriff zurückgeschlagen

Die kenianische Armee teilte auf Twitter mit, am Morgen sei versucht worden, auf den zivilen Teil des Flugplatzes Manda Bay am Indischen Ozean vorzudringen. Der Angriff sei zurückgeschlagen worden. "Bislang wurden vier Leichen von Terroristen gefunden. Der Flugplatz ist sicher", hieß es. Das US-Militär erklärte, der Angriff der Extremisten sei gemeinsam von kenianischen und US-Soldaten zurückgeschlagen worden. Sechs von Dienstleistern betriebene zivile Flugzeuge seien teils beschädigt worden, erklärte Africom.

Die US-Truppen, die den Stützpunkt nutzten, bilden Soldaten afrikanischer Partner aus, reagieren auf Krisen und schützen US-Interessen in der Region, wie es weiter hieß. Die US-Soldaten in Ostafrika "halten den wichtigen Druck auf Terrornetzwerke aufrecht", erklärte General Townsend. Für die US-Streitkräfte in Afrika ist der Angriff ein großer Zwischenfall; dort kommen nur extrem selten US-Soldaten bei Kampfhandlungen ums Leben.

Al-Shabaab-Miliz greifen Militärstützpunkt in Kenia an
Bettina Rühl, ARD Nairobi
05.01.2020 09:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Januar 2020 um 23:00 Uhr.

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