Afghan security forces officers stand guard at the site after a truck bomb explosion followed by gun fight targeted a police station in a heavy residential area in the west of Kabul, Afghanistan, 07 August 2019. According to the reports at least 20 people were killed and 100 others wounded.  | Bildquelle: JAWAD JALALI/EPA-EFE/REX

Vor Polizeiwache in Kabul Mindestens 14 Tote nach Anschlag

Stand: 07.08.2019 13:24 Uhr

Die Taliban setzen ungeachtet laufender Friedensgespräche ihre Angriffe in Afghanistan fort. Diesmal attackierten sie eine Polizeistation mit einer Autobombe. Mindestens 14 Menschen starben, 145 wurden verletzt.

Bei einer Explosion vor einer Polizeistation im Westen Kabuls sind mindestens 14 Menschen getötet und 145 weitere verletzt worden. Das teilte die afghanische Regierung mit. Auslöser für die Explosion war demnach ein mit Sprengstoffsätzen gefülltes Auto. In der unmittelbaren Umgebung des Tatorts befindet sich auch eine Militärschule.

Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ziel sei ein "Rekrutierungszentrum des Feindes" gewesen, hieß es in der Erklärung.

Bilder in sozialen Medien zeigten eine schwarze Rauchwolke. Augenzeugen berichteten dem lokalen TV-Sender ToloNews, es seien auch Schüsse zu hören. Oft dringen nach einer Explosion mehrere bewaffnete Angreifer in Gebäude ein und versuchen dort, weitere Menschen zu töten. Das Innenministerium dementierte das.

Viele Tote und Verletzte bei Anschlag vor Polizeistation in Kabul
tagesschau 15:00 Uhr, 07.08.2019

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Taliban intensivieren Angriffe

Erst in der Nacht zu Mittwoch waren mehrere Explosionen und wiederkehrende Schusswechsel im Zentrum und Norden Kabuls zu hören gewesen. Ein Sprecher des afghanischen Geheimdienstes teilte mit, Spezialeinheiten seien gegen Terroristen in verschiedenen Gebieten Kabuls vorgegangen.

Der Anschlag auf das Polizeigebäude war der 16. größere Angriff in der Hauptstadt Kabul seit Januar. Bei den vorherigen wurden laut Behörden fast 100 Menschen getötet und etwa 600 verletzt. Allerdings sind Regierungsbeamte dafür bekannt, Opferzahlen für die Öffentlichkeit gering zu halten. 

Kabul Anschlag | Bildquelle: REUTERS
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Die Taliban nutzen Anschläge als Druckmittel in den Friedensverhandlungen.

Laut Angaben der UN-Mission in Afghanistan, UNAMA, ist die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan im Juli signifikant gestiegen. Vorläufigen Ergebnissen zufolge seien mehr als 1500 Zivilisten verletzt oder getötet worden. Dies sei die höchste Zahl innerhalb eines Monats seit Mai 2017. 

Bomben als Druckmittel

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Afghanistan, Tadamichi Yamamoto, sieht die Friedengespräche als Ursache: Mit deren Intensivierung in den vergangenen Wochen habe auch der Konflikt vor Ort zugenommen. Yamamoto forderte die Konfliktparteien auf, die militärische Eskalation zur Verbesserung der Verhandlungsposition in den Friedensgesprächen zu unterlassen.

Hochrangige Vertreter der Taliban sprechen seit Juli 2018 mit den USA über eine politische Beilegung des fast 18 Jahre dauernden Konflikts. Aktuell läuft die achte Verhandlungsrunde im Golfemirat Katar. In den vergangenen Tagen hatten sich beide Seiten optimistisch gezeigt, bald zu einer Einigung zu kommen.

Bei den Gesprächen geht es vor allem um Truppenabzüge sowie Garantien der Taliban, dass Afghanistan kein sicherer Hafen für Terroristen wird. Die Gespräche sollen in offizielle Friedensgespräche der afghanischen Regierung mit den Taliban münden. Auch ein Waffenstillstand wird diskutiert. 

Bombenanschlag in Kabul auf Polizeigebäude
Silke Diettrich, ARD Neu-Delhi
07.08.2019 11:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. August 2019 um 14:00 Uhr.

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