Zwangsprostituierte im Zweiten Weltkrieg in Peking

Südkorea und Japan Einigung im Streit um Zwangsprostituierte

Stand: 28.12.2015 11:53 Uhr

Südkorea und Japan haben ihren jahrzehntelangen Streit über südkoreanische Zwangsprostituierte während des Zweiten Weltkriegs beigelegt. Beide Seiten einigten sich auf die Einrichtung eines neuen Opfer-Fonds. Zudem wurde eine Entschuldigung Japans in Aussicht gestellt.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Tausende südkoreanische Frauen als Zwangsprostituierte in Bordelle der japanischen Armee arbeiten. Bislang hatte sich Tokio geweigert, sich dafür zu entschuldigen - das führte zu diplomatischen Spannungen. Doch nun ist der jahrzehntelange Streit beigelegt worden, wie der südkoreanische Außenminister Yun Byung Se in Seoul nach einem Treffen mit Japans Außenminister Fumio Kishida sagte.

Der japanische Regierungschef Shinzo Abe sagte, dass der Streit zwischen Südkorea und Japan nicht die nächste Generation belasten dürfe. Die Beziehungen der beiden Staaten würden nun in eine "neue Ära" eintreten.

Bis zu 200.000 Opfer

Beide Seiten einigten sich auf die Einrichtung eines neuen Fonds zur Unterstützung der Opfer, in den Japan eine Milliarde Yen (rund 7,6 Millionen Euro) einzahlen will. Tokio erkenne seine Verantwortung an und Regierungschef Abe werde den Frauen eine aufrichtige Entschuldigung zum Ausdruck bringen, hieß es. Der Streit um die euphemistisch "Trostfrauen" genannten Frauen war bislang das größte Hindernis für eine Verbesserung der Beziehungen beider ostasiatischer Staaten.

Die Zahl der vor allem aus Korea und China stammenden Opfer wird von Historikern auf bis zu 200.000 geschätzt. Seoul hatte Tokio in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, ihr Schicksal zu ignorieren und begangene Kriegsgräuel zu verschleiern.

Zwangsprostituierte im Zweiten Weltkrieg in Peking

Im Zweiten Weltkrieg arbeiteten bis zu 200.000 Frauen als Zwangsprostituierte - ein japanischer Soldat (re.) vor einem Bordell in Peking (Archiv)

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2015 um 12:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Realitäten 28.12.2015 • 16:12 Uhr

Nachtrag...

...zu meinem Kommentar von gerade eben. Liebe Tagesschau-Redaktion, würdet ihr bei Frauen, die von der IS verschleppt und als Sexsklavinnen missbraucht werden, wirklich davon schreiben, dass diese Frauen "in IS-Zwangsbordellen ARBEITEN müssen"? Hoffentlich nicht. Und im Fall der koreanischen Frauen ist es doch wohl gleich, oder nicht? Das hatte mit ARBEIT nichts zu tun! Bitte ändern Sie Ihren Bericht.