Ein Polizist sperrt in Sagamihara eine Straße ab nach dem Messerangriff in einem Behindertenheim.

Messerattacke in Japan mit 19 Toten Amokläufer forderte staatliche Tötung Behinderter

Stand: 26.07.2016 10:56 Uhr

Der Täter, der in Japan 19 Bewohner eines Behindertenwohnheims mit einem Messer erstochen hat, hatte seine Attacke bereits vor Monaten angekündigt. Der TV-Sender NHK berichtet, der 26-Jährige habe in einem Brief an das Parlament damit gedroht, 470 Behinderte zu töten.

Der Amokläufer in Japan soll von der Politik eine Einführung der staatlichen Tötung von Behinderten gefordert haben. Der Mann hatte in der Nacht in einem Wohnheim für Behinderte 19 Menschen im Schlaf erstochen und Dutzende verletzt. Wie der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtete, hatte der 26-Jährige im Februar bei der Residenz des Parlamentspräsidenten einen Brief übergeben, in dem er drohte, 470 Behinderte zu töten. Zudem forderte er in dem Brief Gesetzesänderungen, um die Tötung Schwerbehinderter zu ermöglichen.

Tage später habe der Mann - der in dem Heim gearbeitet hatte - sich ähnlich gegenüber einem ehemaligen Kollegen des Heims geäußert. Daraufhin sei die Polizei verständigt worden, berichtete der Sender weiter.

Täter war zwei Wochen im Krankenhaus

In der Folge sei der Mann von den Behörden in ein Krankenhaus eingewiesen worden. Knapp zwei Wochen später sei er jedoch wieder entlassen worden, nachdem Ärzte zu dem Schluss gekommen seien, dass er keine Gefahr für andere darstelle, berichtete NHK.

Der 26-Jährige war in der Nacht in das Heim im Großraum Tokio, in dem er bis zum Februar beschäftigt war, eingedrungen. Dort erstach er in zwei Gebäuden der Anlage 19 Menschen im Schlaf. Mitarbeiter des Heims soll er gefesselt haben, hieß es. Kurz nach dem Verbrechen stellte er sich auf einer Polizeistation und gestand die Bluttat.

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