Gianluigi Buffon | Bildquelle: REUTERS

Italien fährt nicht zur WM Tränen zum Abschied

Stand: 14.11.2017 08:23 Uhr

Tränen, Schock und ein Schuldiger: Italien fährt erstmals seit 60 Jahren nicht zur Fußball-WM. Für das Land ein Schock. Während Trainer Ventura kritisiert wird, erregt ein 39-jähriger Nationalheld vor allem Mitleid.

Von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom

Als ob es Gianluigi Buffon schon geahnt hätte: Beim Absingen der italienischen Nationalhymne hatte er Tränen in den Augen. "Wir sind bereit zu sterben. Italien hat gerufen", heißt es in dem martialischen Lied aus jener Zeit, in der Italien zu einer Nation wurde. Deren wahrscheinlich stärkstes Symbol ist die Fußball-Nationalmannschaft. Mit ihr können sich fast alle Italiener identifizieren - egal, ob sie aus dem reichen Norden oder aus dem armen Süden stammen.

Einer wie Buffon ist sich dieser Bedeutung bewusst. Umso größer war seine Trauer nach dem Spiel. Sein schmerzverzerrtes Gesicht wurde zum Foto des Abends, mit dem heute die meisten Zeitungen in Italien aufmachen. "Es tut mir leid, nicht wegen mir. Wir haben bei etwas versagt, was auch in sozialer Hinsicht wirklich wichtig wäre", sagte der Torwart.

Trainer Ventura in der Kritik

Für Buffon jedenfalls war es ein Abschied. Er sei traurig, seine Karriere in der Nationalmannschaft so zu beenden, sagte er. Dabei steht er gar nicht in der Schusslinie. Die Hauptschuld für das vorzeitige WM-Aus des viermaligen Weltmeisters sehen viele beim Trainer. Gian Piero Ventura sei es nicht gelungen, eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, sagen viele Fans, wenn man sich nach den Schuldigen fragt.

Wäre Antonio Conte noch Trainer, würde Italien jetzt zur WM fahren, meinen sie. Über die weitere Zukunft von Ventura wird seit Wochen spekuliert. Er selbst sagte nach dem Spiel, er wisse nicht, ob er zurücktreten müsse. Befragt nach der persönlichen Schuld, meinte er, natürlich sei es seine Schuld, zwei Partien ohne einen einzigen Treffer zu spielen.

Michael Schramm, ARD Rom, zur WM-Qualifikation
Morgenmagazin, 14.11.2017

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Kein schlechtes Spiel der Squadra Azzurra

Dabei hatten die Italiener in Mailand gar nicht so schlecht gespielt. Einen Angriff nach dem anderen brachten sie vor das Tor der Schweden, die nur selten aus ihrer Hälfte kamen. Am Ende fehlte oft das Glück. Über die komplette Spielzeit war eine extreme Anspannung spürbar. Es gab etliche gelbe Karten und eine Reihe von diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidungen, die allerdings zu Lasten beider Mannschaften gingen.

Die italienischen Kommentatoren diskutieren unterdessen, was sich im italienischen Fußball ändern muss. Eine bessere Nachwuchsförderung in Italien, lautet einer der Vorschläge. Es nütze nichts, wenn die italienischen Vereine so viele teure Spieler aus dem Ausland einkaufen.

"Wir haben unseren Stolz und unsere Kraft"

Die Situation sei jedenfalls dramatisch. Buffon dagegen glaubt an den italienischen Fußball. "Es gibt Zukunft. Wir haben unseren Stolz und unsere Kraft. Nach schlimmen Niederlagen finden wir einen Weg, wieder aufzustehen."

Bis es so weit ist, wollen die Italiener aber am liebsten gar nicht darüber reden, was am 13. November geschehen ist. Eigentlich komisch, denn die 13 ist in Italien eine Glückszahl.

Vorzeitiges WM-Aus für Italien
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
14.11.2017 07:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. November 2017 um 05:40 Uhr.

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