Über der Stadt Rafah im Gazastreifen steigt Rauch auf.  | Bildquelle: AFP

Nach Raketenbeschuss Israel fliegt Angriffe im Gazastreifen

Stand: 26.03.2019 19:57 Uhr

Nur Stunden, nachdem aus dem Gazastreifen eine Rakete nach Israel abgefeuert wurde, haben die israelischen Streitkräfte mit Vergeltungsschlägen reagiert. Ziele der Hamas seien bombardiert worden.

Israel hat begonnen, Ziele im Gazastreifen zu bombardieren. Die Luftangriffe sind mutmaßliche Vergeltungsschläge, nachdem am Morgen eine Rakete aus dem Palästinensergebiet ein Haus nordöstlich von Tel Aviv getroffen hatte.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte, Israel schlage "mit Nachdruck" zurück. "Israel wird das nicht tolerieren, ich werde das nicht tolerieren", so Netanyahu bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington. Er habe eine Nachricht für die Feinde Israels: "Wir werden tun, was immer wir tun müssen, um unser Volk zu verteidigen und unseren Staat zu verteidigen." Netanyahu verkürzte wegen des Raketenbeschusses seinen USA-Besuch, um frühzeitig zurück nach Israel zu fliegen.

Israelische Polizei vor einem zerstörten Haus in Moshav Mishmeret, nördlich von Tel Aviv | Bildquelle: ABIR SULTAN/EPA-EFE/REX
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Bei dem Raketenangriff auf ein Haus nahe Tel Aviv wurden mindestens sieben Menschen verletzt, darunter drei Kinder.

Bomben auf "Terrorziele" der Hamas

Die israelische Armee gab an, die Bomben seien auf "Terrorziele" der radikalislamischen Hamas abgefeuert worden. Sie teilte bei Twitter mit, eines der getroffenen Gebäude diene den Hamas-Geheimdiensten. Darüber hinaus gehöre ein zweites in der Stadt Gaza angegriffenes Gebäude der Inneren Sicherheit der Hamas. Es habe militärischen Zwecken gedient.

Palästinensischen Medienberichten zufolge wurden in der Stadt Gaza zwei Gebäude von Raketen getroffen und zerstört. Eines gehöre einer Versicherungsfirma der im Gazastreifen herrschenden Hamas.

Nach Angaben von Sanitätern wurden bei dem Angriff drei Menschen verletzt.

Nach einem Bericht des Radiosenders der Hamas wurde auch das Büro ihres Chefs Ismail Hanija zerstört. Ob es Tote oder Verletzte gab, war zunächst nicht bekannt.

Sieben Verletzte durch Raketeneinschlag

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte war am Morgen eine Rakete aus Rafah im südlichen Gazastreifen abgefeuert worden. Sieben Menschen seien durch den Einschlag verletzt worden, darunter auch kleine Kinder. Die Rakete sei von der Hamas selbst hergestellt worden und hätte eine Reichweite von 120 Kilometer erreichen können. Berichte, denen zufolge das Geschoss möglicherweise versehentlich abgefeuert wurde, wollte eine Sprecherin der israelischen Armee nicht kommentieren.

Erneute Eskalation im Gaza-Konflikt
tagesschau 20:00 Uhr, 25.03.2019, Bernd Niebrügge, ARD Tel Aviv

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Israel will weitere Truppen an Grenze

Die Hamas äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Der mit ihr verbündete Islamische Dschihad warnte Israel aber vor "Aggressionen gegen den Gazastreifen" und drohte ebenfalls mit einer "kraftvollen Reaktion". Die Gruppe äußerte sich nicht dazu, wer für den Raketenangriff verantwortlich sein könnte.

Nach dem Angriff ordnete Israel die Schließung der Grenzübergänge in den Gazastreifen und die Einschränkung der Fischereizone vor der Küste an. Außerdem kündigten die Streitkräfte an, zwei zusätzliche Brigaden an der Grenze zu Gaza stationieren zu wollen.

Konflikt zwischen Israel und Gaza erneut verschärft

Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatte sich zuletzt wieder verschärft. Mitte März gab es den ersten palästinensischen Raketenangriff auf Tel Aviv seit dem Gaza-Krieg 2014. Die beiden Geschosse seien versehentlich aus dem Gazastreifen abgeschossen worden, hieß es von Seiten der Hamas. Israels Luftwaffe hatte nach dem Angriff rund 100 Ziele in dem Palästinensergebiet bombardiert.

Israel, die EU und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Vor mehr als zehn Jahren verhängte Israel eine Blockade über das Küstengebiet, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. März 2019 um 20:00 Uhr.

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