Yes-Kampagne in Irland | Bildquelle: dpa

Referendum in Irland Mehrheit für Ende des Abtreibungsverbots

Stand: 26.05.2018 00:33 Uhr

Erste Prognosen sehen die Befürworter eines liberalen Abtreibungsrechts beim Volksentscheid in Irland vorne. Demnach stimmten 68 Prozent der Befragten für eine Aufhebung des strikten Abtreibungsverbots.

Zeitenwende in Irland: Bei dem Referendum über ein Ende des strengen Abtreibungsverbots hat am Freitag offenbar eine breite Mehrheit für eine Liberalisierung gestimmt. Dies ergab eine Nachwahlbefragung von 4000 Wählern durch das Institut Ipsos/MRBI im Auftrag der Zeitung "Irish Times".

Demnach stimmten 68 Prozent der Befragten für eine Aufhebung des Abtreibungsverbots, 32 Prozent votierten dagegen. Eine Nachwahlbefragung des Instituts RTE/Behaviou & Attitudes kam zu ähnlichen Ergebnissen. Fast 3,5 Millionen Bürger waren aufgerufen, über den achten Zusatzartikel der Verfassung zu entscheiden, der Schwangerschaftsabbrüche strikt untersagt.

Regierung will schnell liberalisieren

Die Auszählung der Stimmen hat erst am Samstagmorgen begonnen, mit einem Ergebnis wird nicht vor dem Nachmittag gerechnet. In Umfragen hatten die Befürworter einer Lockerung zuletzt vorne gelegen, viele Stimmberechtigte waren aber noch unentschlossen.

Plakate hängen an einer Straße in Dublin, Irland. | Bildquelle: dpa
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Wahlplakate in Dublin.

In der katholisch geprägten Republik Irland hat das strikte Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen seit einem Referendum 1983 Verfassungsrang. Seit 2013 sind Abtreibungen erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Die Regierung hat angekündigt, im Falle eines Sieges des Ja-Lagers Abtreibungen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen straffrei zu stellen. Gründe für die Abtreibung müssen in diesem Zeitraum nicht genannt werden. Bei bestimmten Indikationen soll sie bis zum sechsten Monat erlaubt sein.

Im irischen Parlament gibt es eine Mehrheit für das Ende des Abtreibungsverbots. Auch Ministerpräsident Leo Varadkar ist dafür. Die katholische Kirche hielt sich in der Kampagne sehr zurück. 

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 25. Mai 2018 um 01:00 Uhr.

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