Der britische Öltanker Stena Impero

Festgesetzter Öltanker Iran lässt "Stena Impero" losfahren

Stand: 27.09.2019 11:17 Uhr

Der im Iran festgesetzte britische Öltanker "Stena Impero" ist wieder in See gestochen. Teheran meldet, das Schiff habe den Hafen von Bandar Abbas verlassen. Die Reederei des Tankers sucht ein neues Ziel.

Der seit dem 19. Juli festgehaltene britische Tanker "Stena Impero" hat den Iran verlassen. Das teilten die iranischen Marine- und Hafenbehörden mit. 

Die "Stena Impero" fährt unter britischer Flagge und gehört dem in Schweden ansässigen Unternehmen Stena Bulk. "Wir prüfen, zu welchem Hafen wir fahren werden. Wir haben eine Reihe von Alternativen in den Vereinigten Arabischen Emiraten", sagte der Reedereichef Erik Hånell dem schwedischen Fernsehsender SVT. Früheren Berichten zufolge war Port Rashid in Dubai im Gespräch. Hånell erwartet, dass die "Stena Impero" ihren Zielhafen am späten Abend oder Samstagmorgen erreichen wird.

Erste Positionssignale seit Wochen

Zuvor hatte die Webseite MarineTraffic.com mit Verweis auf Satellitendaten gemeldet, dass der Tanker seit Wochen wieder ein Positionssignal gesendet habe. Um 08.18 Uhr Ortszeit habe sich das Schiff außerhalb des iranischen Hafens Bandar Abbas befunden. Nach Angaben der iranischen Behörden verließ die "Stena Impero" um 08.30 Uhr Ortszeit iranische Gewässer. 

Die iranischen Revolutionsgarden hatten das Schiff Mitte Juli unter dem Vorwurf festgesetzt, Vorschriften des Seerechts im Persischen Golf missachtet zu haben. Am Montag hatte ein iranischer Regierungssprecher mitgeteilt, das rechtliche Verfahren gegen den Tanker sei abgeschlossen.

Vergeltungsmaßnahme Irans?

Iran hatte die "Stena Impero" in der Straße von Hormus gestoppt, durch die ein Fünftel der weltweiten Ölförderung transportiert wird. Das wurde als Vergeltungsmaßnahme und als Warnung im Konflikt mit den USA aufgefasst, die seit ihrem Rückzug aus dem internationalen Atomabkommen Sanktionen gegen Teheran verschärft und ihre militärische Präsenz am Persischen Golf ausgebaut haben.  

Großbritannien hatte zuvor, am 4. Juli, in Gibraltar einen Tanker mit iranischem Öl festgesetzt. Das zu diesem Zeitpunkt "Grace 1" genannte Schiff sei auf dem Weg nach Syrien gewesen. Eine Lieferung an die syrische Regierung verstoße gegen EU-Sanktionen, begründeten London und Großbritannien die Maßnahme. Nachdem Teheran zugesagt hatte, der Tanker würde nicht nach Syrien fahren, wurde er wieder freigegeben. Später wurde das Schiff dann aber, umbenannt in "Adrian Darja 1" vor der syrischen Küste gesehen.  

Stena Impero hat iranischen Hafen verlassen
Karin Senz, ARD Istanbul
27.09.2019 12:24 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 27. September 2019 um 11:15 Uhr auf NDR Info.

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