Soleimani Tötung  | Bildquelle: RAHAT DAR/EPA-EFE/REX

Nach US-Drohnenangriff auf General Mutmaßlicher Spion im Iran hingerichtet

Stand: 20.07.2020 11:44 Uhr

Der iranische General Soleimani wurde bei einem US-Drohnenangriff im Januar getötet. Die Informationen zum Aufenthaltsort soll ein mutmaßlicher Spion geliefert haben. Nun wurde dieser wegen Landesverrats hingerichtet.

Wegen des Vorwurfs, im Auftrag der USA und Israels die iranische Armee ausspioniert zu haben, ist ein früherer Dolmetscher im Iran hingerichtet worden. Nach Angaben der iranischen Justiz-Webseite "Mizan Online" soll Mahmud Mussawi Madschid den USA unter anderem Hinweise zum Aufenthaltsort des ranghohen iranischen Generals Kassem Soleimani geliefert und dafür hohe Geldsummen kassiert haben. Soleimani war im Januar bei einem gezielten US-Drohnenangriff ums Leben gekommen.

Mit der Vollstreckung des Urteils gegen Madschid sei der "Fall seines Landesverrats für alle Zeiten geschlossen", hieß es auf "Mizan". Nach Angaben einer Justizsprecherin hatte Madschid "verschiedene Sicherheitsbereiche" für die CIA und den Mossad ausspioniert, "insbesondere die Streitkräfte und die Al-Quds-Brigaden".

Konflikt zwischen USA und Iran fast eskaliert

Soleimani war der Chef der Elite-Einheit Al-Quds der iranischen Revolutionsgarden. Mit der Tötung Soleimanis wäre der Konflikt zwischen den USA und dem Iran militärisch beinahe eskaliert.

Laut "Mizan Online" wanderte Madschid in den 70er Jahren nach Syrien aus, wo er als Übersetzer für Englisch und Arabisch tätig war. Seine Kenntnisse des Arabischen und der syrischen Geographie hätten ihn nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien in Verbindung zu iranischen Militärberatern gebracht.

Später habe er Verantwortung bei iranischen Streitkräften übernommen, die zwischen Idlib und Latakia stationiert waren. Demnach war Madschid zwar nicht selbst Mitglied der Revolutionsgarden, habe aber "unter seinem Deckmantel als Übersetzer viele sensible Bereiche infiltriert". Im Oktober 2018 sei Madschid schließlich festgenommen worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juli 2020 um 11:00 Uhr.

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