Kanadas Premierminister Justin Trudeau | Bildquelle: dpa

Flugzeugabsturz nahe Teheran Auch Kanada geht von Abschuss aus

Stand: 09.01.2020 22:24 Uhr

Das im Iran abgestürzte Passagierflugzeug ist nach Angaben des kanadischen Premiers Trudeau wohl abgeschossen worden. Darauf deuteten Geheimdiensterkenntnisse hin. Denkbar sei ein Versehen. Das vermuten auch die USA.

Nach dem Absturz eines ukrainischen Passagierflugzeugs bei Teheran spricht auch die kanadische Regierung von einem Abschuss als Unglücksursache.

"Wir haben Geheimdienstinformationen von mehreren Quellen von unseren Alliierten und eigene Informationen", sagte Ministerpräsident Justin Trudeau in einer TV-Ansprache. "Diese Informationen deuten darauf hin, dass das Flugzeug von einer iranischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde." Dies könne durchaus versehentlich geschehen sein. Der Premier ging auf Nachfrage nicht darauf ein, welche Informationen genau die kanadische Regierung habe. Die Beweise seien jedoch "sehr klar".

Bei dem Vorfall inmitten des bewaffneten Konflikts zwischen dem Iran und den USA waren am Mittwoch 176 Menschen ums Leben gekommen - darunter 63 Kanadier. "Die Nachricht ist zweifellos ein weiterer Schock für die Familien (der Opfer), die angesichts dieser unbeschreiblichen Tragödie bereits trauern", sagte Trudeau und wiederholte seine Forderung nach einer umfassenden internationalen Untersuchung. "Die Familien der Opfer und alle Kanadier wollen Antworten. Ich will Antworten."

Der britische Premierminister Boris Johnson sprach einer Mitteilung zufolge von einem "Korpus an Informationen", der auf einen Abschuss durch eine iranische Rakete hinweise. "Wir arbeiten eng mit Kanada und unseren internationalen Partnern zusammen und es bedarf einer vollständigen und transparenten Untersuchung", so Johnson.

War es eine versehentlich abgefeuerte Rakete?
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.01.2020, Christiane Meier, ARD New York

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US-Vertreter verdächtigen Luftabwehrsystem

Vor Trudeaus Ansprache hatten US-Medien berichtet, dass die Boeing-Maschine von einer iranischen Flugabwehrrakete getroffen worden sein könnte. Der TV-Sender CBS berichtete, US-Geheimdienste hätten Signale von einem Radar empfangen, das eingeschaltet worden sei. US-Satelliten hätten außerdem den Start von zwei Boden-Luft-Raketen kurz vor der Explosion des Flugzeugs entdeckt.

Der Sender CNN meldete unter Berufung auf mehrere US-Behördenvertreter, man gehe zunehmend von einem versehentlichen Abschuss durch den Iran aus. Dieser "Arbeitstheorie" lägen die Analyse von Satelliten-, Radar- und anderen elektronischen Daten zugrunde, die routinemäßig vom Militär und den Geheimdiensten der USA gesammelt würden. Das US-Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Annahme sei, dass das iranische Luftabwehrsystem aktiv gewesen sein könnte, nachdem am Mittwoch vom Iran aus Raketen auf von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak abgefeuert worden waren, berichtete das Nachrichtenmagazin "Newsweek".

Jan-Philipp Burgard, ARD Washington, zu Spekulationen über die Absturzursache
tagesschau 20:00 Uhr, 09.01.2020

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Trump: "Jemand könnte Fehler gemacht haben"

US-Präsident Donald Trump heizte die Mutmaßungen über die Absturzursache weiter an. Zu Medienvertretern im Weißen Haus sagte er, er habe einen "Verdacht", jemand "könnte einen Fehler gemacht haben". Er habe das Gefühl, dass etwas sehr Schreckliches passiert sei. Details nannte er nicht. Einige Menschen vermuteten, dass es einen mechanischen Fehler gegeben haben könnte. Er persönlich glaube, das stehe nicht zur Debatte. Auf die Frage, ob die Maschine aus Versehen abgeschossen worden sein könnte, sagte Trump allerdings: "Das weiß ich wirklich nicht."

Iran weist "Gerüchte" zurück

Auf der Website des iranischen Verkehrsministeriums hieß es dagegen: "Diese Geschichte eines Raketeneinschlags im Flugzeug kann gar nicht korrekt sein." Zum Zeitpunkt des Absturzes seien "mehrere inländische und internationale Flüge auf der gleichen Höhe von 8000 Fuß" im iranischen Luftraum unterwegs gewesen.

Iranische Stellen hatten zunächst ein technisches Versagen vermutet: "Wegen eines technischen Defekts hat die Maschine Feuer gefangen, und dies führte zum Absturz", sagte Verkehrs- und Transportminister Mohammed Eslami der Agentur Isna. Das iranische Außenministerium forderte Kanada auf, seine Informationen über den Absturz nach Teheran weiterzuleiten.

Christian Mölling, Militärexperte DGAP, zu Spekulationen über die Absturzursache
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.01.2020

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Ukraine prüft mehrere Optionen

Die Ukraine schließt hingegen einen Raketenangriff oder einen Terroranschlag als Ursache nicht aus. Olexij Danilow vom ukrainischen Sicherheitsrat sagte, die Beamten hätten mehrere Arbeitshypothesen für den Absturz, darunter einen Raketenangriff. "Ein Angriff mit einer Rakete, möglicherweise einem Tor-Raketensystem, ist unter den wichtigsten (Theorien), da im Internet Informationen zu Teilen einer Rakete aufgetaucht sind, die in der Nähe der Absturzstelle gefunden wurden", sagte er.

Deshalb seien Experten an der Untersuchung beteiligt, die bereits 2014 beim Abschuss des malaysischen Fluges MH17 durch eine Flugabwehrrakete über der Ostukraine ermittelt hätten. Geprüft werden auch ein Zusammenstoß mit einem Flugobjekt wie etwa einer Drohne, ein Triebwerksschaden und ein Terroranschlag.

Lufthansa-Flugzeug nach Teheran kehrt um

Unterdessen hat die Lufthansa ein Flugzeug auf dem Weg in die iranische Hauptstadt Teheran umkehren lassen. Grund sei eine veränderte Einschätzung der Sicherheitslage für den Luftraum um den Flughafen Teheran, sagte ein Sprecher. Das Flugzeug mit der Flugnummer LH 600 befinde sich auf dem Rückweg. Die Maßnahme sei rein vorsorglich.

Auch der Lufthansa-Flug von und nach Teheran am Freitag wurde gestrichen, wie das Unternehmen weiter mitteilte."Sobald uns Detailinformationen vorliegen, werden wir entscheiden, ob, beziehungsweise ab wann unsere Iran-Flüge wieder durchgeführt werden können", hieß es. Die Sicherheit für Mitarbeiter und Passagiere habe oberste Priorität.

Erst am Vormittag hatte die Lufthansa erklärt, nach eintägiger Unterbrechung wegen der Zuspitzung des Iran-Konflikts ihre Flüge nach Teheran wieder aufzunehmen. Der Flug LH 600 hatte Frankfurt am Nachmittag verlassen.

Trudeau geht von iranischem Abschuss aus
Peter Mücke, ARD New York, zzt. Kanada
09.01.2020 23:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Januar 2020 um 21:00 Uhr.

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