Regierungskritische Demonstranten stehen bei anhaltenden Protesten vor brennenden Reifen in Bagdad. | Bildquelle: dpa

Unzufriedenheit mit Regierung Erneute Proteste im Irak

Stand: 19.01.2020 22:47 Uhr

Aus Wut über die Regierung und die grassierende Korruption im Land sind erneut Hunderte Iraker auf die Straße gegangen. In Bagdad und im Süden des Landes blockierten sie Straßen und lieferten sich Kämpfe mit der Polizei.

Im Irak hat es erneut Proteste gegen die Regierung gegeben. Hunderte, vor allem junge Demonstranten versammelten sich auf zwei Plätzen im Zentrum der Hauptstadt Bagdad. Sie setzten Autoreifen in Brand, um Straßen und Brücken zu blockieren, und verursachten so lange Staus. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein, die Demonstranten warfen mit Steinen. Bei den Auseinandersetzungen wurden nach Angaben aus Ärzte- und Sicherheitskreisen mehr als 20 Menschen verletzt.

Auch im Süden des Landes gab es erneut Proteste. Der Irak wird seit Oktober von einer beispiellosen Protestwelle erschüttert, an der sich Hunderttausende Menschen beteiligten. Fast 460 Menschen wurden seitdem getötet und Tausende verletzt.

Unzufrieden über Korruption

Die Demonstranten sind verärgert über die schleppenden Reformen und haben der Regierung ein Ultimatum bis Montag gesetzt. Sie werfen der gesamten irakischen Elite Korruption und Untätigkeit vor. Der Rücktritt von Ministerpräsident Abdel Adel Mahdi im November konnte den Unmut nicht dämpfen. Die Demonstranten fordern ein neues Wahlgesetz, Neuwahlen und die Bestrafung korrupter Beamter.

Studenten halten eine irakische Flagge während der Demonstration gegen die Regierung. | Bildquelle: REUTERS
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Die Demonstranten sind unzufrieden mit der Regierung.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Januar 2020 um 11:30 Uhr in den "Hundert Sekunden".

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