Irakische Militärfahrzeuge bei Kirkuk (Archivbild) | Bildquelle: AFP

Konflikt um Kirkuk Irak startet offenbar Militäreinsatz auf Kurden in Kirkuk

Stand: 13.10.2017 10:34 Uhr

Die ölreiche irakische Provinz Kirkuk wird sowohl von den Kurden als auch von der Zentralregierung in Bagdad beansprucht. Nun haben irakische Truppen offenbar einen Militäreinsatz zur Rückeroberung gestartet. Seit drei Jahren halten kurdische Peschmerga die Region.

Die irakische Armee hat offenbar einen Militäreinsatz zur Rückeroberung der Provinz Kirkuk von den Kurden gestartet. Ziel der Streitkräfte sei es, Militärstellungen zurückzuerobern, die sie vor drei Jahren an die kurdischen Peschmerga-Streitkräfte verloren hätten, sagte ein irakischer General der Nachrichtenagentur AFP.

AFP und auch die Agentur Reuters berichten, die kurdische Autonomiebehörde habe ihre Kämpfer in der Provinz Kirkuk in Gefechtsbereitschaft versetzt. Zehntausende seien bereits vor Ort, mindestens 6000 seien hinzugekommen. Die schwer bewaffneten Peschmerga-Kämpfer seien "zur Verteidigung um jeden Preis" bereit, erklärte ein Berater von Kurdenpräsident Massud Barsani. Die Kurden erwarten, dass die irakische Armee die Besetzung grenznaher Ölfelder, eines Flughafens und eines Militärstützpunkts planen. Sie riefen Bagdad dazu auf, "die Aggression zu stoppen".

Beide Seiten erheben Anspruch auf Kirkuk

Sowohl die Kurden als auch Bagdad erheben Ansprüche auf die ölreiche Provinz Kirkuk. Die irakischen Kurden hatten sich in der Volksabstimmung vom 25. September mit fast 93 Prozent für die Loslösung ihrer Region vom Irak ausgesprochen. International wird das Votum nicht anerkannt, die Zentralregierung in Bagdad wertete das Votum als Provokation.

Über dieses Thema berichteten am 13. Oktober 2017 Deutschlandfunk um 11:00 Uhr in den Nachrichten, tagesschau24 um 11:30 Uhr in den "Hundert Sekunden" und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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