Auf dem "Christchurch-Gipfel" in Paris hört Neuseelands Premierministerin Jacina Ardern dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu. | Bildquelle: CHARLES PLATIAU/POOL/EPA-EFE/REX

"Christchurch-Gipfel" in Paris Den Extremismus offline stellen

Stand: 15.05.2019 18:20 Uhr

Videos mit extremistischen Inhalten sollen aus dem Internet verschwinden und es künftig gar nicht mehr ins Netz schaffen. Diese Pflicht haben sich führende Internetkonzerne und politische Staatschefs auferlegt.

Rund zwei Monate nach den Anschlägen auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch mit mehr als 50 Toten sind in Frankreichs Hauptstadt Politik und die Großen des Internets zusammengekommen - die Attentate als mahnendes Beispiel im Kopf. Denn der Täter hatte die Angriffe per Helmkamera gefilmt und auf Facebook live übertragen. Millionen haben das 17 Minuten lange Video gesehen.

Christchurch-Appell: Initiative gegen Terror im Netz
tagesschau 20:00 Uhr, 15.05.2019, Mathias Werth, ARD Paris

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Die Riesen des Internets verpflichten sich

Genau so etwas soll in Zukunft nicht mehr passieren. Darum unterzeichneten neun Internetkonzerne den "Christchurch-Aufruf", der sie laut Wortlaut der Erklärung verpflichten soll, "transparente und zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen, um das Hochladen von terroristischen und gewalttätigen extremistischen Inhalten zu vermeiden". Zu den beteiligten Unternehmen gehören neben Facebook, YouTube und Microsoft auch Amazon, Google und Twitter.

Noch vor dem Pariser Gipfel, zu dem federführend Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Neuseelands Premierministerin Jacina Ardern geladen hatten, kündigte Facebook strenge Regeln für das Livestreamen an. Jegliche Handlungen, die gegen die Richtlinien des Netzwerkes verstoßen, sollen zu einer sofortigen vorläufigen Sperre eines Nutzers führen. Der Zeitraum der Sperre soll von der Schwere des Verstoßes abhängig sein.

Außerdem will Facebook 7,5 Millionen Dollar investieren, um die eigene Technologie zu verbessern, die manipulierte und technisch veränderte Inhalte erkennt. Auf diesem Weg war es auch dem Christchurch-Attentäter gelungen, seine Taten live im Netz zu zeigen.

Bessere Technik, besserer Schutz

Dieses Ziel der besseren Forschung für bessere technische Lösungen haben sich auf dem Gipfel nicht nur die Internetkonzerne gesetzt. Denn neben Vertretern der Unternehmen waren auch zahlreiche Spitzenpolitiker angereist: die britische Premierministerin Theresa May kam, ebenso ihr kanadischer Amtskollege Justin Trudeau. Auch Irland, Senegal, Indonesien, Jordanien und Vertreter der EU nahmen an dem Treffen teil. Deutschland nahm eine Beobachterrolle ein.

Die Staaten, die den "Christchurch-Aufruf" unterzeichneten, sagten eine bessere Förderung der technischen Forschung zu, ebenso eine intensivere Zusammenarbeit mit den Justizbehörden. Auch Deutschland sagte seine Unterstützung zu.

Gegen Terror und Extremismus im Internet - "Christchurch-Appell" unterzeichnet
Marcel Wagner, ARD Paris
15.05.2019 23:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Mai 2019 um 20:00 Uhr.

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