Arbeiter entladen die zweite Lieferung von Corona-Impfungen am Flughafen Los Rodeos auf Teneriffa. | dpa

Impfverweigerer in Spanien Noch viele Unklarheiten bei Register

Stand: 29.12.2020 17:08 Uhr

Wer sich nicht impfen lassen will, soll in Spanien in einem Register erfasst werden. Laut Gesundheitsministerium befindet sich dieses aber noch in der Planungsphase. Unklar sei etwa, ob Namen gespeichert werden.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Das Register für Corona-Impfverweigerer in Spanien befindet sich offenbar erst in der Planungsphase. Das Gesundheitsministerium in Madrid wies Berichte zurück, wonach es schon beschlossene Sache sei, die Daten derjenigen zu erfassen, die keine Corona-Impfung wollen.

Oliver Neuroth ARD-Studio Madrid

Das Register solle kommen, hieß es auf Anfrage des ARD-Studios Madrid - aber es sei noch nicht klar, was genau erfasst wird: Ob es der Name der Person ist, die keine Impfung wünscht, oder ob nur eine Zahl der Impfverweigerer im Register stehen wird.

Das Ziel des Ministeriums laute, einen Überblick zu bekommen, wie viele Menschen im Land gegen Covid-19 geimpft sind und wie viele nicht. Die Ministeriumssprecherin stellte klar: Der Datenschutz werde in jedem Fall eingehalten. Auch verschiedene spanische Medien berichten, dass selbst die Speicherung der Namen von Impfverweigerern gesetzlich abgesichert sei.

Daten nicht öffentlich zugänglich

Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa hatte in einem Fernsehinterview gesagt, wer nicht gegen Covid-19 geimpft werden wolle, werde in einem Register erfasst. Diese Daten würden nicht öffentlich zugänglich sein, aber an andere europäische Länder weitergegeben. Zu welchem Zweck genau das geplant sei, sagte der Minister nicht.

Etwa 40 Prozent der Spanier würden sich nach einer neuen Umfrage sofort gegen das Coronavirus impfen lassen. 28 Prozent lehnen demnach die Impfung ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 29. Dezember 2020 um 12:10 Uhr.