Medizinisches Personal mit Schutzkleidung in einem Behelfskrankenhaus in Beira | Bildquelle: REUTERS

Nach Zyklon "Idai" Wie die Helfer helfen

Stand: 30.03.2019 12:30 Uhr

Nach Zyklon "Idai" ist die Angst groß, dass sich Seuchen ausbreiten. Zumindest in den größeren Städten sind inzwischen aber internationale Helfer vor Ort. Was können sie tun? Vor welchen Problemen stehen sie?

Von Jana Genth, ARD-Studio Johannesburg

Die Stimmung in den Notunterkünften in Beira ist gar nicht mal schlecht. Immerhin gibt es Essen und Zelte - und mittendrin Helfer vom Roten Kreuz. Mit Mundschutz und Handschuhen teilen sie Wasser und Elektrolytlösungen aus. Denn Hunderte Menschen müssen schon behandelt werden.

Der Kampf gegen Cholera, Typhus und Malaria ist nicht einfach. Der deutsche Katastrophenmediziner Oliver Hoffmann von der Johanniter Auslandshilfe beschreibt das Krankenhaus in Nhamatanda, nordwestlich von Beira: Es gebe viele Malariafälle und Durchfallerkrankungen und viele Verletzte. Von 18 Behandlungszimmern seien acht unbrauchbar. "Das ist das komplette Dach weggeflogen, da ist es nass drin."

Eine Frau in einem aus Zelten errichteten Behelfskrankenhaus des Roten Kreuzes in Beira. | Bildquelle: TIAGO PETINGA/EPA-EFE/REX
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In den größeren Städten gibt es Hilfe - wie hier in einem Lager des Roten Kreuzes in Beira.

Viele Orte haben die Helfer noch nicht erreicht

Die internationalen Helfer haben sich inzwischen großflächig verteilt, aber immer noch nicht alle Orte erreicht. Die Zeit dränge, sagt Anja Borojevic von Ärzte ohne Grenzen. "Die Krankheiten, die durch Wasser übertragen werden, sind auf dem Vormarsch, die Gesundheit der Menschen ist in Gefahr. Die Herausforderung ist jetzt, die entferntesten Gebiete zu erreichen, von denen einige noch unter Wasser stehen, damit die Leute alles bekommen, um gesund zu bleiben."

Die schlechte Hygienesituation und unsauberes Trinkwasser sind die Hauptprobleme. In Mosambik bricht Cholera schon seit Jahren ziemlich regelmäßig aus, nach dem Zyklon ist das nun die größte Sorge. Fast eine Million Schluckimpfungen gegen die Krankheit sollen am Montag in Maputo ankommen. Die Weltgesundheitsorganisation hat sie auf den Weg geschickt.

Ein Mitarbeiter des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) füllt aufbereitetes Trinkwasser in Flaschen ab und gibt es an wartende Kinder weiter. | Bildquelle: dpa
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Das THW kümmert sich vor allem um die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser.

"Es gibt hier nur vier öffentliche Toiletten"

Auch das Technische Hilfswerk packt an. In Nhangau zum Beispiel, gut 15 Kilometer vor Beira, reinigt es das Wasser in den Brunnen und befreit es von Keimen. "Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen die Cholera, sagt THW-Einsatzleiter Jens-Olaf Knapp. Als nächster Schritt sollten die Brunnen dann wieder instand gesetzt werden.

"Und wir werden uns auch mit dem Thema 'Sanitär' auseinandersetzen müssen", so Knapp weiter. "Es gibt hier nur vier öffentliche Toiletten. Das reicht natürlich nicht aus."

Die Katastrophe nach dem Zyklon ist noch lange nicht vorbei. Die Ernte von 500.000 Hektar Ackerland, so schätzt es die Welthungerhilfe, ist einfach weggespült worden - und das allein in Mosambik, einem Land, in dem fast jedes zweite Kind ohnehin mangelernährt ist. Auf Nahrungsmittelhilfen werden auch Simbabwe und Malawi angewiesen sein - und das, wie Hilfsorganisationen schätzen, mindestens ein Jahr lang.

Eine Mutter und ihr Kind in einem Flüchtlingslager in Beira | Bildquelle: REUTERS
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In den Notunterkünften gibt es Essen. Doch die Ernte ist in vielen Gegenden vernichtet.

Nach Zyklon "Idai": Risiko für Epidemien steigt
Jana Genth, ARD Johannesburg
29.03.2019 23:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. März 2019 um 06:40 Uhr.

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