Konflikt in Simbabwe | Bildquelle: dpa

Militäraktion in Simbabwe Mugabe offenbar unter Hausarrest

Stand: 15.11.2017 12:36 Uhr

Das Militär in Simbabwe hat Präsident Mugabe offenbar unter Hausarrest gestellt. Zuvor hatten Soldaten die Kontrolle in der Hauptstadt übernommen und wichtige Gebäude und Institutionen besetzt. Damit eskaliert der Machtkampf um Mugabes Nachfolge.

Von Jan-Philippe Schlüter, ARD-Studio Johannesburg

In Simbabwe ist der Kampf um die Nachfolge des 93-jährigen Langzeitpräsidenten Robert Mugabe eskaliert. Das Militär hat die Kontrolle über den Staat an sich gerissen. Dabei setzte es Mugabe offenbar unter Hausarrest. Das berichtete Südafrikas Präsident Jacob Zuma, der nach eigenen Angaben mit ihm telefonierte. Es gehe Mugabe gut, so Zuma.

Soldaten hatten in der Nacht zentrale Punkte und Gebäude in der Hauptstadt Harare besetzt. An der Schnellstraße zum Flughafen sind mehrere Straßensperren und Kontrollpunkte eingerichtet. Ansonsten scheint alles seinen gewohnten Gang zu gehen: Kinder gehen zur Schule, Erwachsene fahren zur Arbeit. Im Stadtzentrum ist es aber deutlich ruhiger als sonst.

Simbabwische Armee übernimmt Kontrolle über Hauptstadt Harare
tagesschau 14:00 Uhr, 15.11.2017, Mathias Ebert, SWR

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Zu Hause bleiben und abwarten

Viele Simbabwer sind zu Hause geblieben, um abzuwarten, was jetzt passiert. Die Stimmung bei den Menschen wechselt zwischen hoffnungsfroh - und sorgenvoll. "Ich bin aufgewühlt, ich weiß nicht, was jetzt kommt", sagt ein Passant. "Wir sehen hier Dinge, die wir noch nie erlebt haben. Wir verfolgen einfach, was geschieht. Wir sind unsicher und haben Angst."

Der Mann bezeichnet die Entwicklung als "einen Schritt nach vorne", um das Regime zu entfernen. "Viele von uns sind erleichtert, dass es nach einem Wechsel aussieht", sagt er. "Wir hoffen, dass das Militär bald wieder die Macht an die Politiker übergibt, sobald Mugabe weg ist. Wir hoffen sehr."

Robert Mugabe | Bildquelle: dpa
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Mugabe ist Afrikas ältester Staatschef und regiert Simbabwe seit 37 Jahren mit harter Hand.

Offenbar Streit um Nachfolge von Mugabe

Der Politikanalyst Rashweat Mukundu aus Simbabwe sagt, es gehe bei der Militäraktion nicht primär um Mugabe. Schließlich hätten die Militärs den 93-Jährigen in einer Fernsehansprache in der Nacht weiter als Staatsoberhaupt und obersten Befehlshaber der Streitkräfte bezeichnet. Es gehe vor allem um die Nachfolge von Mugabe.

"Was wir hier sehen, ist die Fortsetzung der politischen Machtkämpfe innerhalb der Regierungspartei Zanu-PF", so Mukundu. Das Militär zeige deutlich, dass es mit den Entscheidungen Mugabes nicht einverstanden sei. "Insbesondere mit der Idee, dessen Frau Grace zur Nachfolgerin zu machen."

Karte: Simbabwe mit der Hauptstadt Harare
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Simbabwe ist reich an Bodenschätzen, aber dennoch eines der ärmsten Länder Afrikas.

Kein Putsch, sondern Aktion gegen Kriminelle

In der Fernsehansprache sagte ein General der simbabwischen Armee, dies sei kein Putsch. Sondern eine Aktion gegen Kriminelle, die die Verfassung untergraben würden. Gemeint sind wohl Politiker aus dem Umfeld der First Lady, Grace Mugabe.

Diese als G40 bekannte Gruppe will Grace Mugabe als Nachfolgerin ihres Mannes ins Amt hieven. Das wiederum will das Militär mit allen Mitteln verhindern. Es will den bisherigen Vize-Präsidenten Emmerson Mnangagwa als Nachfolger sehen - der war vergangene Woche von Präsident Mugabe gefeuert worden und ist aus Simbabwe geflohen.

Am Morgen nahmen Soldaten offenbar Finanziminister Chombo fest, der zur G40-Gruppe gehört. Dabei soll ein Sicherheitsmann getötet worden sein. Weitere Mitglieder der G40 sollen auf der Flucht sein.

Simbabwes Armeechef Constantino Chiwenga | Bildquelle: AP
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Armeechef Constantino Chiwenga hatte Mugabes Regierung bereits am Montag gedroht.

Übergangsregierung mit bisherigem Vize-Präsidenten

Die große Frage lautet nun, wie es in Simbabwe weitergeht. Es heißt, das Militär wolle eine Übergangsregierung schaffen. Zu der sollen neben dem bisherigen Vize-Präsidenten auch Oppositionspolitiker gehören. Bestätigt ist das noch nicht. Die Militärmachthaber haben sich noch nicht offiziell zu ihren Plänen geäußert.

Südafrikas Präsident Zuma hat im Namen der südafrikanischen Staatengemeinschaft SADC zu Ruhe und Zurückhaltung in Simbabwe aufgerufen. Die derzeitigen Entwicklungen seien besorgniserregend. Man hoffe, dass es nicht zu einem verfassungswidrigen Machtwechsel komme.

Militär in Simbabwe übernimmt die Kontrolle über das Land
Jan-Philippe Schlüter, ARD Johannesburg
15.11.2017 11:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 15. November 2017 NDR Info um 05:00 Uhr und die tagesschau um 06:00 Uhr und 09:00 Uhr.

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