Handfeuerwaffen auf einer Messe in Nürnberg | Bildquelle: dpa

Schätzung des Bestands Hunderte Millionen Waffen in privater Hand

Stand: 19.06.2018 09:56 Uhr

Es gibt weltweit mehr Handfeuerwaffen als vor zehn Jahren - und 85 Prozent davon gehören Zivilisten. Die wenigsten von ihnen sind registriert. Das zeigt der Small Arms Survey, in dem ein Land hervorsticht.

Auf der Erde sind einem neuen Bericht zufolge mehr als eine Milliarde Handfeuerwaffen im Umlauf. Rund 857 Millionen befanden sich Ende 2017 in den Händen von Zivilisten - das sind etwa 85 Prozent. Lediglich 13 Prozent gehörten der Studie Small Arms Survey zufolge im vergangenen Jahr zu Arsenalen von Militärs und nur weitere 2 Prozent wurden von Strafverfolgungsbehörden genutzt.

Vor allem wegen der zunehmend bewaffneten Zivilisten sei der weltweite Bestand an Handfeuerwaffen im vergangenen Jahrzehnt gewachsen, hieß es in der Studie. Nur etwa 100 Millionen der weltweit 857 Millionen Handfeuerwaffen von Zivilisten waren registriert.

USA - das Land mit den meisten Handfeuerwaffen in Zivilbesitz

Die meisten Handfeuerwaffen pro Kopf in Zivilbesitz - 120 Stück pro 100 Einwohner - gibt es der Studie zufolge in den USA. Insgesamt sind es dort 393 Millionen Handfeuerwaffen. Damit sind mehr Waffen im Besitz amerikanischer Zivilisten als zusammen genommen in den 25 Ländern, die in der Rangliste folgen.

Auf Platz zwei folgt nach den USA der Jemen (53 Stück pro 100 Einwohner), dann kommen Montenegro und Serbien sowie Kanada und Uruguay. Deutschland landet in dem Pro-Kopf-Vergleich gemeinsam mit Frankreich und dem Irak auf dem 20. Platz (knapp 20 Stück pro 100 Einwohner).

Im europäischen Vergleich besitzen im Schnitt unter anderem Bürger in Zypern, Finnland, Island und Österreich mehr Waffen als die Deutschen. Auf den letzten Plätzen landen unter anderem Zivilisten in Indonesien, Japan und Malawi.

Mehr Waffen als vor zehn Jahren im Umlauf

Bei der letzten Analyse im Jahr 2007 waren knapp 875 Millionen Handfeuerwaffen im Umlauf. 650 Millionen davon waren in Händen von Zivilisten.

Die unabhängige Small Arms Survey mit Sitz in Genf gilt bei der Forschung rund um das Thema Waffen als besonders anerkannt. Unterstützt wird ihre Arbeit von mehreren EU-Ländern, unter ihnen auch Deutschland, die Schweiz, Norwegen, Kanada und die USA.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Juni 2018 um 05:28 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen" ab 05:05 Uhr.

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