Proteste in Haiti | AFP

Proteste gegen Präsidenten Blutige Auseinandersetzungen in Haiti

Stand: 10.06.2019 01:31 Uhr

In Haitis Hauptstadt Port-au-Prince ist es erneut zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Proteste richteten sich gegen den Präsidenten. Ein Mensch wurde getötet.

Am Rande erneuter Proteste gegen Haitis Staatschef Jovenel Moïse ist ein Mensch getötet worden. Der Mann erlitt in der Hauptstadt Port-au-Prince eine Schusswunde in der Brust.

Bei den Protesten lieferten sich junge Männer und Sicherheitskräfte nahe des Präsidentenpalastes heftige Auseinandersetzungen. Steine flogen, die Polizei setzte Tränengas ein. Zwei Gebäude gingen in Flammen auf. Im Stadtzentrum waren zu einem Zeitpunkt Schüsse zu hören.

Korruptionsvorwürfe gegen den Präsidenten

Zuvor hatten Tausende Menschen friedlich gegen Moïse demonstriert und einen Rücktritt des von Korruptionsvorwürfen schwer belasteten Staatschefs gefordert. Gegen den Präsidenten des verarmten Karibikstaates gibt es seit Monaten immer wieder Demonstrationen.

Erst kürzlich veröffentlichte Haitis Rechnungshof einen Bericht über den Umgang mit Geldern aus dem venezolanischen Hilfsfonds Petrocaribe. Darin werden zahlreiche Fälle von Missmanagement und Korruption angeprangert. Dabei geht es auch um eine Firma, die Moïse vor seiner Zeit als Staatschef führte.

Proteste in Haiti | AFP

Demonstranten legten Port-au-Prince zeitweise lahm. Bild: AFP

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Verschärft wurde die Lage durch ein verheerendes Erdbeben im Januar 2010, bei dem etwa 200.000 Menschen ums Leben kamen. Die Bevölkerung leidet unter Massenarbeitslosigkeit und einer hohen Inflationsrate.

Über dieses Thema berichtete am 10. Juni 2019 Deutschlandfunk um 06:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 09:00 Uhr.