"Free the Americans" (Befreit die Amerikaner), steht auf dem Plakat, das ein Junge während einer Kundgebung nach der Entführung von Missionaren hoch hält. | dpa

Haiti Zwei entführte Missionare wieder frei

Stand: 22.11.2021 02:52 Uhr

Zwei von 17 entführten amerikanischen und kanadischen Missionaren sind wieder frei. Das bestätigte die haitianische Polizei. Die Missionare waren im Oktober entführt worden.

Zwei vor über einem Monat in Haiti entführte Ausländer sind freigelassen worden. "Wir wurden informiert, dass zwei der Geiseln in Haiti auf freien Fuß gesetzt wurden", teilte die US-Hilfsorganisation Christian Aid Ministries mit. Mitte Oktober waren in dem Karibikstaat 17 Missionare und Angehörige von einer kriminellen Bande verschleppt worden.

Die haitianische Polizei bestätigte die Freilassung. Die Behörden hatte zuvor erklärt, eine als 400 Mawozo bekannte Bande fordere eine Million Dollar Lösegeld pro Person. Ein Mann, der sich als Anführer der Bande ausgab, erklärte in einem im vergangenen Monat auf YouTube veröffentlichten Video, er sei bereit, die Entführten zu töten, wenn seine Forderung nicht erfüllt werde. Es blieb unklar, ob Lösegeld geflossen ist.

Starker Anstieg von Entführungen

Bei den Geiseln handelte es sich um zwölf Erwachsene und fünf Kinder - bis auf eine Person aus Kanada stammen alle aus den Vereinigten Staaten. Nähere Angaben zu den nun freigelassenen Entführungsopfern machten die Christian Aid Ministries nicht. "Wir können nur begrenzte Informationen zur Verfügung stellen: Die beiden freigelassenen Geiseln sind in Sicherheit und in guter Verfassung", hieß es in der Mitteilung. "Unsere Gedanken sind bei den 15 Menschen, die noch immer festgehalten werden."

Haiti, das ärmste Land des amerikanischen Kontinents, wird seit Jahren von politischem Chaos und krimineller Gewalt geplagt. Anfang Juli wurde Staatspräsident Jovenel Moïse in seiner Residenz erschossen, die Hintergründe sind bis heute ungeklärt. Kriminelle Banden kontrollierten vor allem rund um die Hauptstadt Port-au-Prince große Gebiete. Vor allem Lösegelderpressungen nehmen immer mehr zu. Nach Angaben der UN stieg die Zahl der Entführungen 2020 gegenüber dem Vorjahr um 200 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. November 2021 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.