Migranten aus Mittelamerika | Bildquelle: dpa

Flüchtlingsmarsch in Mexiko Tausende Migranten geben nicht auf

Stand: 22.10.2018 04:41 Uhr

Die Flüchtlinge aus Mittelamerika ziehen weiter Richtung USA. Noch ist unklar, ob Mexikos Behörden sie daran hindern werden. Wenn nicht, droht US-Präsident Trump mit Grenzschließung.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Schon kurz vor dem Morgengrauen setzen sich mehr als 5000 Menschen in Süd-Mexiko an der Grenze zu Guatemala in Bewegung. Die Zeit drängt, weil es später unerträglich heiß wird. Die nächste Station - der zentrale Park der Stadt Tapachula - ist mehr als 30 Kilometer entfernt.

Am Freitag hatten mexikanische Sicherheitskräfte die Flüchtlinge aus Mittelamerika zunächst gestoppt, als sie versuchten, den offiziellen Grenzposten gewaltsam zu überwinden. Daraufhin schwammen viele über den Grenzfluss Suchiate oder ließen sich in Booten aus Lkw-Reifen auf die mexikanische Seite bringen.

Dieses Fähr-Geschäft läuft hier seit Jahrzehnten tagtäglich so ab: Oben der offizielle Grenzposten, unten, auf dem Fluss unter den Augen der Beamten, die hoch frequentierte grüne Grenze zwischen Mittel- und Nordamerika.  

Migranten weiter auf den Weg in die USA
tagesschau 09:00 Uhr, 22.10.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kein Vertrauen in die Politik

Nach den dramatischen Szenen am Freitag oben auf der Brücke sind einige Migranten aus Verzweiflung umgekehrt, haben das Angebot des honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández angenommen, der Busse geschickt hatte. Zudem versprach er Rückkehrern Geschenke. "Ich versichere Ihnen, dass sie eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe empfangen wird. Außerdem gibt es für jeden ein Paket mit Angeboten, Möglichkeiten, je nachdem, was jeder braucht, um seine Lebenssituation zu verbessern", so der Präsident.

Aber die Honduraner wollen weiter in Richtung USA. Politikern wie Hernández glauben sie nicht mehr. Eine 65-Jährige, die acht Tage Fußmarsch hinter sich hat, bringt es so auf den Punkt: "Die USA haben diesem Präsidenten Millionen geschickt, damit er den Armen hilft. Aber, wo ist das Geld geblieben? Er und die anderen Reichen schlagen sich die Bäuche voll und wir hungern. Nur wenn sie unsere Wählerstimme haben wollen, dann geben sie uns Geld", klagt sie.

Mit Flößen überqueren einige Honduraner die Grenze nach Mexiko. | Bildquelle: dpa
galerie

Mit Flößen überqueren einige Honduraner die Grenze nach Mexiko.

Trump droht

Zwei Drittel der Honduraner leben in Armut, das Einkommen ist extrem ungleich verteilt - so wie in den Nachbarländern El Salvador und Guatemala, aus denen sich viele Menschen der Karawane angeschlossen haben.

Die massive Auswanderung aus diesen Ländern ist schon viele Jahre alt. Die Zahl der Flüchtlinge ist nicht wesentlich gestiegen. Gestiegen ist die Zahl der Abschiebungen: Mexiko hat zwischen 2015 und 2018 mehr als 436.000 Migranten aus Mittelamerika abgeschoben und damit 140.000 mehr als die USA im selben Zeitraum.

Neu ist auch, dass sich die Menschen immer wieder in größeren Gruppen zusammenschließen. Im Transitland Mexiko bietet das Schutz: Vor Kriminellen und vor korrupten Migrationsbeamten und Polizisten. In der Karawane werden die Flüchtlinge wieder sichtbar, zur Kenntnis genommen. Und sie hat politische Sprengkraft: US-Präsident Trump droht Mexiko mit der Schließung der gemeinsamen Grenze, sollten die Flüchtlinge es so weit schaffen. Allerdings müssen sie bis dorthin noch fast 2000 Kilometer marschieren.

Flüchtlingsdrama in Mexiko
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
22.10.2018 07:23 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Oktober 2018 um 20:00 Uhr. Am 22. Oktober 2018 berichtete B5 aktuell um 06:06 Uhr.

Darstellung: