Die Gregoretti liegt am 19. April 2017 im italienischen Hafen von Salerno. | Bildquelle: picture alliance / NurPhoto

Italienisches Rettungsschiff "Gregoretti" legt auf Sizilien an

Stand: 28.07.2019 16:01 Uhr

Erst hatte Innenminister Salvini der "Gregoretti" die Einfahrt verweigert - nun hat das Schiff der italienischen Küstenwache aber doch auf Sizilien angelegt. An Land dürfen die mehr als 130 Migranten weiterhin nicht.

Nach einem Verbot des italienischen Innenministeres Matteo Salvini hat ein Rettungsschiff der italienischen Küstenwache nun doch auf Sizilien angelegt. Die "Gregoretti" mit mehr als 130 Flüchtlingen an Bord fuhr in der Nacht in den Hafen von Augusta bei Catania ein, wie die Regierung in Rom mitteilte. Die Migranten sollen aber erst an Land gehen dürfen, wenn ihre Aufnahme durch andere EU-Länder geklärt ist. "Die EU muss jetzt antworten, denn die Migrationsfrage geht den ganzen Kontinent etwas an", erklärte der italienische Transportminister Danilo Toninelli.

Die italienische Küstenwache hatte nach Angaben des Innenministeriums in der Nacht zum Freitag rund 135 Migranten aufgenommen, denen zuvor ein italienisches Fischerboot geholfen hatte. Die Flüchtlinge waren mit zwei Schlauchbooten in Libyen losgefahren und in Seenot geraten.

Innenminister Salvini von der rechten Lega-Partei verweigerte der "Gregoretti" daraufhin die Einfahrt in einen italienischen Hafen. Am Samstag wurde lediglich eine schwangere Frau gemeinsam mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern an Land gebracht.

Parallelen zur "Diciotti"

Der Fall der "Gregoretti" erinnert an den des Küstenwachenschiffs "Diciotti" im vergangenen Sommer. An Bord waren 177 Migranten - einem Großteil der Geflüchteten hatte Salvini damals fast eine Woche lang verboten, an Land zu gehen. Seit dem Amtsantritt des Innenministers werden immer wieder Rettungsschiffe mit Migranten an Bord im Mittelmeer blockiert. Besonders hart geht Italien gegen private Seenotretter vor.

In der EU schwelt seit langem ein Streit über die Verteilung von Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen. Die Fluchtroute gilt als gefährlichste der Welt. Private Seenotretter sind derzeit nicht in der Such- und Rettungszone vor Libyen unterwegs. Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye, die "Alan Kurdi", ist aber auf dem Weg dorthin und werde voraussichtlich am Montagvormittag dort eintreffen, sagte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler der dpa.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juli 2019 um 16:00 Uhr.

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