Haus des "Golden State Killers" | Bildquelle: AFP

Mutmaßlicher Serienmörder US-Polizei fasst den "Golden State Killer"

Stand: 26.04.2018 03:01 Uhr

Mehr als 40 Jahre nach seiner ersten Tat ist in Kalifornien ein mutmaßlicher Serienmörder gefasst worden. Der Ex-Polizist soll zwischen 1976 und 1986 mindestens zwölf Morde verübt haben.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Der Tatverdächtige ist ein 72-jähriger Mann, der bis Ende der 1970er-Jahre Polizist bei zwei kalifornischen Polizeibehörden war. Seit 1983 wohnte er in Citrus Heights. Das ist eine Stadt nahe Sacramento mit gut 88.000 Einwohnern. Die Vorwürfe gegen ihn: Mehr als 50 Vergewaltigungen, zwölf Morde über einen Zeitraum von zehn Jahren. Er hat in mindestens zehn Landkreisen im Zentrum und im Süden Kaliforniens Verbrechen begangen.

Außerdem glaubt die Polizei, dass er mehr als 120 Einbrüche begangen hat - vermutlich, um die Opfer auszuspionieren. Laut Behörden haben DNA-Beweise in den vergangenen sechs Tagen zu dem Mann geführt. "Wie der Sheriff bereits mitgeteilt hat, konnten wir an eine DNA Probe von ihm herankommen", sagt Staatsanwältin Anne Marie Schubert. "Das änderte alles. Unsere Ermittlungen laufen auf Hochtouren."

Festnahme ohne Probleme

Bis jetzt hat die Staatsanwaltschaft nur Anklage wegen Mordes in zwei Fällen erhoben; in den nächsten Stunden wollen Behörden aber in allen zehn anderen Fällen ebenfalls Mordanklage erheben. Die Festnahme sei ohne Vorkommnisse verlaufen, berichtet Sheriff Scott Jones: "Unser Plan war es, ihn beim Verlassen seines Hause festzunehmen. Wir wollten weder reingehen noch ihn im Auto festnehmen. Als er dann sein Haus verließ, hatten wir ein Team vor Ort. Er schien über die Festnahme sehr überrascht."

Haus des "Golden State Killers" | Bildquelle: AFP
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Am Haus des mutmaßlichen Serienmörders werden Spuren gesichert.

Man wolle jetzt versuchen, das Leben des Angeklagten zu rekonstruieren, so Sheriff Jones. Nur so viel ist bekannt: Er soll erwachsene Kinder gehabt haben. "In unseren Ermittlungen arbeiten wir jetzt rückwärts. Wir wollen jetzt alle Lücken seines Lebens erkunden. Es ist alles noch sehr frisch. Wir schauen uns jetzt alle Details an."

Perfide Vorgehensweise

Der mutmaßliche Täter soll seine Taten minutiös geplant haben. Zum Teil ist er vorher in die Häuser seiner Opfer eingestiegen und hat Seile dort versteckt, damit er seine Opfer später schneller fesseln konnte. Das jüngste Opfer war erst 13 Jahre alt.

Schon lange hatte das FBI vermutet, dass der Täter über Hintergrundwissen und Interesse an Polizeitechniken verfüge. Ein Ermittler schrieb über den Täter: Er habe manche Stadtviertel förmlich terrorisiert. Er sei immer wieder in dieselbe Nachbarschaft zurückkommen, nur ein paar Häuser weiter. Dadurch habe er jahrelang Angst und Schrecken verbreitet.

Die Nachbarn des 72-jährigen Mannes reagierten geschockt: "Er war ein komischer Kerl. Er war sehr temperamentvoll, hat sich mit den Nachbarn gestritten, wenn sie zu früh mit dem Rasenmähen angefangen haben. Er war vor allem nachts wach."

Polizei fasst offenbar Golden State Killer
Marcus Schuler, ARD Los Angeles, zzt. San Francisco
26.04.2018 07:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 26. April 2018 um 06:23 Uhr.

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