Michael Taylor und ein weiterer Fluchthelfer Ghosns am Flughafenschalter | AP

Geflohener Nissan-Chef Ghosns Fluchthelfer müssen in Haft

Stand: 19.07.2021 10:15 Uhr

Ende 2019 war der frühere Nissan-Chef Ghosn spektakulär in einer Kiste in einem Privatjet aus Japan in den Libanon geflohen. Dabei halfen zwei US-Amerikaner - sie müssen jetzt in Haft. Ein dritter Helfer ist noch flüchtig.

Ein Gericht in Tokio hat zwei amerikanische Fluchthelfer des ehemaligen Nissan-Chefs Carlos Ghosn zu Haftstrafen verurteilt. Der frühere Elitesoldat Michael Taylor muss nach dem Urteil zwei Jahre ins Gefängnis, sein Sohn Peter Taylor ein Jahr und acht Monate.

Ihnen war vorgeworfen worden, Ghosn im Dezember 2019 in einer Kiste, die für Musikinstrumente deklariert war, versteckt und per Privatjet außer Landes gebracht zu haben - wissend, dass dies gegen Ghosns strenge Kautionsauflagen verstößt.

Ghosn hat libanesische Staatsbürgerschaft

Ghosn war am 19. November 2018 in Tokio unter anderem wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Im April 2019 kam er unter Auflagen auf Kaution aus der Untersuchungshaft. Er hat neben der französischen auch die libanesische sowie die brasilianische Staatsbürgerschaft. Der Libanon hat kein Auslieferungsabkommen mit Japan geschlossen.

Die Taylors wurden im Mai 2020 in Massachusetts festgenommen und im März an Japan ausgeliefert. Sie entschuldigten sich während des Prozesses und erklärten, Ghosn habe sie über das japanische Justizsystem belogen. Michael Taylor sagte, er und sein Sohn hätten finanziell nicht von ihren Taten profitiert, weil die von Ghosn erhaltenen 1,3 Millionen Dollar gerade gereicht hätten, um die Kosten für die Flucht zu decken.

In Ghosns Flucht soll noch ein dritter Mann verwickelt gewesen sein. Er konnte bisher nicht verhaftet werden.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 19. Juli 2021 um 09:08 Uhr.