Aletsch Gletscher in der Schweiz | Bildquelle: picture alliance/dpa

Studie zu Alpengletschern 17 Prozent weniger Eis binnen 14 Jahren

Stand: 25.06.2020 14:33 Uhr

Das Schmelzen der Gletscher in den europäischen Alpen schreitet massiv voran. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Erlanger Geografen. Am schlimmsten ist es in den Schweizer Gebirgsmassiven.

Die Gletscher der europäischen Alpen haben im Zeitraum der Jahre 2000 bis 2014 etwa 17 Prozent ihrer Eismasse verloren. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg untersuchten mit Hilfe von Satellitenbildern erstmals Flächen- und Höhenänderungen aller alpinen Gletscher in Frankreich, der Schweiz, Österreich und Italien.

Laut der Untersuchung verloren alle Gletscher der Alpen in dem Zeitraum 22 Kubikkilometer. Mit Ausnahme der höchsten Erhebungen der Zentralalpen erstrecke sich die Eisschmelze inzwischen bis in die höchstgelegenen Gletscherbereiche.

Satellitenbild des Aletsch Gletschers in der Schweiz (2001) | Bildquelle: picture alliance / United Archiv
galerie

Frühes Stadium während der Untersuchung: Satellitenbild des Aletsch-Gletschers in der Schweiz aus dem Jahr 2001.

Stärkstes Abschmelzen in Schweizer Alpen

Die stärksten Verluste traten den Forschern zufolge in den weit vergletscherten Gebirgsmassiven der Schweizer Alpen auf. So verloren die großen Talgletscher der Berner Alpen allein 4,8 Gigatonnen, die Eisdicke nahm im Mittel um fast einen Dreiviertelmeterpro Jahr ab. Im unteren Bereich des Grossen Aletschgletschers, des größten Gletschers der Alpen, sei ein Abschmelzen um mehr als fünf Meter pro Jahr gemessen worden.

Die Studie habe zudem gezeigt, dass besonders die tief hinabreichenden Gletscherzungen der großen Talgletscher in den Zentralalpen massiv abschmelzen, während in den niedrigeren Randgebirgen wegen der geringeren Vergletscherung in tieferen Tallagen die Eismassenverluste geringer ausfallen.

Dreidimensionale Modelle verglichen

Für ihre Studie verglichen die Forscher mit Satellitenbildern erstellte dreidimensionale Geländemodelle. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht. Mit der Studie liege erstmals ein vollständiges Bild des Gletscherschwundes vor, so die Verfasser.

Darstellung: