Ein brennendes Auto in der Innenstadt von Paris | Bildquelle: AFP

"Gelbwesten"-Proteste Erneut Krawalle in Paris

Stand: 08.12.2018 21:47 Uhr

In Paris ist es den vierten Samstag in Folge zu gewaltsamen Protesten gegen die Politik des Präsidenten gekommen. Es kam aber nicht so schlimm wie befürchtet.

Von Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Und wieder brennen Autos in der Pariser Innenstadt. Dunkle Rauchschwaden stehen über den Straßen, wieder errichten gewaltbereite Demonstranten Barrikaden, auf den Champs-Élysées versuchte eine Gruppe von Randalierern die Absperrungen eines Nobelkaufhauses in Brand zu setzen.

Dennoch ist es der Polizei gelungen, die Situation einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Von den extremen Gewaltszenen vom Schwarzen Samstag vor einer Woche ist man weit entfernt. Am Abend erklärte Innenminister Christophe Castaner, die Lage sei nun unter Kontrolle.

Erneute Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich
tagesthemen 23:25 Uhr, 08.12.2018, Mathias Werth. ARD Paris

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"Mit der Absicht gekommen, Gewalt anzuwenden"

Die Polizei hat ihre Taktik geändert. 8000 Beamte sind in Paris im Einsatz, fast doppelt so viel wie vergangene Woche. Und sie gehen viel entschlossener vor, sagt der für Sicherheit zuständige Staatssekretär Laurent Nunez im französischen Fernsehen:

"Wir führen vorbeugende Kontrollen durch, auf den Einfallstraßen nach Paris, den Bahnhöfen und rund um die Demonstrationen, wir durchsuchen die Taschen und Rücksäcke. Und tatsächlich haben wir viele herausgefischt, die mit der Absicht gekommen sind, Gewalt anzuwenden - mit Masken, Helmen, Eisenkugeln oder Hämmern ausgestattet."

Ein Demonstrant auf den Champs-Élysées schwenkt eine französische Flagge mit der Aufschrift "Peace" | Bildquelle: AFP
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Während die einen "Gelbwesten" friedlich demonstrierten...

Randalierer auf den Champs-Élysées | Bildquelle: AFP
galerie

... warfen andere Steine und versuchten, Geschäfte zu stürmen.

"Gelbwesten" stellen sich Randalierern in den Weg

Viele Hundert mutmaßliche Gewaltbereite sind bereits in Polizeigewahrsam genommen worden, deutlich mehr als vergangene Woche. Und die Polizei greift viel schneller ein. Wo immer sich eine Schlägerhorde Barrikaden errichtet und Autos anzündet, rückt sie mit gepanzerten Fahrzeugen und Wasserwerfen an. Und die Feuerwehr ist zur Stelle, um die Brände sofort zu löschen.

Und noch etwas ist anders als vor einer Woche. Etliche "Gelbwesten" versuchen, sich den Randalierern in den Weg zu stellen. Auch Florian will in friedlicher Absicht demonstrieren: "Ich bin auch hier, um anderen eher gewaltbereiten Gelbwesten ins Gewissen zu reden, ihnen zu sagen, Gewalt ist nicht die Lösung, die könnte die Glaubwürdigkeit unserer Bewegung herabwürdigen und das ist nicht der richtige Weg."

Nicht der richtige Weg, um die Forderungen der Gelbwesten voranzubringen. Ein Referendum auf Initative des Volkes wäre ein guter Weg, sagt er. "So bekommt das Volk mehr direkte Einflussmöglichkeiten, kann Gesetze ablehnen oder eine Abgeordneten zum Rücktritt zwingen. Dafür war es mir wichtig, heute herzukommen."

"Wir werden zu Weihnachten wieder da sein"

Christophe will noch mehr: "Ich bin gekommen, um die Auflösung der Nationalversammlung und den Rücktritt der Regierung zu fordern." Und wenn es sein muss, wird Christophe auch die nächsten Samstage wieder demonstrieren: "Wir werden zu Weihnachten wieder da sein, zu Neujahr, die ganze Zeit. Bis er nachgibt, wir werden nicht loslassen."

Mit "er" ist Präsident Emmanuel Macron gemeint. Dem geben die Demonstranten die Schuld für die schlechten Lebensverhältnisse, gegen die die "Gelbwesten" nun aufstehen.

Proteste in Paris
Martin Bohne, ARD Brüssel
08.12.2018 21:05 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 0. Dezember 2018 um 23:30 Uhr.

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